Bangabandhu-Konflikt

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Als Bangabandhu-Konflikt wird der seit 2516 anhaltende Krieg innerhalb des Staatsgebietes der Ismusistischen Republik Bangabandhu bezeichnet. Abweichend davon datieren einige Politikwissenschaftler den Beginn des Bangabandhu-Konfliktes bereits auf das Jahr 2483. Mit der blutigen Sommerrevolution gelang der Unionsrepublik Bangabandhu die Abspaltung von der IRB. Diese erfolgreiche Abspaltung wird mindestens auch als Motivation der aufständigen Auseinandersetzungen innerhalb der IRB gesehen.

Voraussetzungen und Ausgangsbedingungen

Die Ismusistische Republik Bangabandhu war Zeit Bestehens ein Vielvölkerstaat unter autokratischer Herrschaft. Die Regulatoren der IRB haben mit ihrer Politik die Bedürfnisse der einzelnen Völker nicht befriedigen können - nicht zuletzt ist der Ismusismus als Ideologie für viele der über hundert bangabandhischen Völker des IRB Regimes unpassend und zwingend. Es kam deshalb in den 2480er Jahren zu verschiedenen Aufständen und zur Revolution, welche im Jahr 2483 den Beginn der Unionsrepublik Bangabandhu begründete. Der Unionsrepublik gelang es in enger Zusammenarbeit mit der IADN schließlich, eine demokratisch-torunische Ideologie anzunehmen, die den verschiedenen Völkern der URB einen Anteil ihrer Souveränität zurückgeben konnte. Dies geschah beispielsweise durch die Gewährleistung von insgesamt 23 Amtssprachen innerhalb des Hoheitsgebietes der Unionsrepublik.

Die IRB hat mit dem Ende des Bürgerkrieges und der Kapitulationserklärung im Jahr 1983 massive territoriale Verluste einstecken müssen. Anstatt dem Vorbild der URB zu folgen, wurde die ismusistische Politik verschärft, die Militärpräsenz innerhalb des Landes erhöht und auch eine aggressivere Außenpolitik betrieben. Ein mögliches Ziel dieser Vorgehensweise war das Unmöglichmachen einer erneuten Revolte gegen den eigenen Staat. Konnte sich die URB in internationalen Friedenszeiten und dank Unterstützung seitens der FRNX und der IADN sehr schnell etablieren und internationale Souveränität erlangen, so sollte diese Situation nach Möglichkeit für eine eventuelle Folgerevolution verhindert werden.

Die Verschärfung der ismusistischen Ideologie und der aggressiven Innen- und Außenpolitik brachte zwangsläufig auch massive Propaganda mitsich. Die Beziehungen zur damaligen Demokratischen Volksrepublik Diktatistan wurden unter DVD Regulator Hermann von Lauenstein und IRB Regulator Boronius Babbot ab 1990 intensiviert. Politikwissenschaftler aus aller Welt warnen bereits vor einer Gehirnwäsche, jedoch verhinderte der IRB Geheimdienst zu diesem Zeitpunkt bereits massiv die freie Presse, sodass solche Medienberichte die IRB Bevölkerung nie erreichen konnte. Hingegen die inzwischen nachweislich gefälschten Video und Tonaufnahmen von tausenden begeisterter Volksanhänger von DVD und IRB, die in prall gefüllten Stadien ihren Regulatoren gemeinsam zujubeln, gingen in den Jahren 2495-2500 um alle Welt.

Der Ismusismus unter Lauenstein und Babbot schien aufgrund geschickter Propaganda tatsächlich in weiten Teilen der IRB Fuß fassen zu können, dies bestätigten auch verschiedene Untersuchungen der renommierten Norsbrôk hogskolaar tan politi (Norsbrôker Hochschule der Politik kurz NHP) Die Vermutung stellte sich jedoch als irrglaube heraus, da die angewandten empirischen Methodiken lediglich das Meinungsbild innerhalb der verschiedenen Großstädte wie Pekasi sinnorientiert abbilden konnten. Die extrem schlecht ausgebaute Infrastruktur in den ländlichen Regionen der Ismusistischen Republik jedoch hatten auch zur Folge, dass die Propagandawirkung in den Dörfern massiv nachgelassen hat. Inzwischen ist nachgewiesen, dass im Jahr 2510 ungefähr 35% der Landbevölkerung nicht wusste, wie das ismusistische Kastensystem aufgebaut ist. 15% der Befragten Bauern wussten nicht, was der Ismusismus ist und erschreckende 8% der ländlichen Bevölkerung hatte noch nie etwas von einem Boronius Babbot gehört. Diese Zahlen gehen zurück auf einen im Jahr 2519 abgeschlossenen Bericht der NHP und wurden im selben Jahr erstmals veröffentlicht. Die Untersuchungsmethoden gelten als gründlich, die Ergebnisse als erschreckend.

Doch auch die städtischen Bewohner der IRB begannen zunehmend am Regime zu zweifeln. Im Rahmen eines Förderungsprogrammes zwischen DVD wurde in den Jahren 2508-2518 ein Zehn-Jahres-Bildungspakt beschlossen, womöglich als Antwort auf die Bildungsoffensive des Balmanischen Bundes zur selben Zeit. Ungünstigerweise gelang es der IRB nicht, die Professoren und Universitäten dem Staat gefügig zu machen. Das Resultat dieses Förderungsprogrammes war fatalerweise eine breite politische und soziologische Aufklärung eines Bildungsbürgertums und ein extremer Zuwachs der Hirn-Kaste. Einer Hirn-Kaste, die sich allerdings nicht den Werten des Patriotismus verschrieben hat - sondern eine starke Tendenz hin zur Aufklärung und Vernunft entwickelte. Es entstand eine staatskritische Studentenschaft mit rhetorischem Talent und einer starken Überzeugung. Dieser Studentenschaft gelang es schließlich einen großen Teil der städtischen Bevölkerung und später sogar einem beachtlichen Anteil der infrastrukturell abgeschotteten Landbevölkerung die neuen Werte zu vermitteln.

Verlauf der Aufstände im Jahr 2516

Beginn der Auseinandersetzungen und erste Häuserschlachten

Am 12.V.2516 gab es die erste folgenschwere Großdemonstration gegen den Regulator Babbot und sein Regime. Es handelte sich um zehntausende Studenten, die in Pekasi für torunische Werte wie Demokratie und Meinungs- und Pressefreiheit. Babbot duldete die angemeldete Demonstration wahrscheinlich zunächst deshalb, um auf nationaler und internationaler Ebene Toleranz und Kritikfähigkeit zu demonstrieren. Als die Demonstranten sich jedoch nach offiziellem Ende der Demonstration weigerten, den "Platz der Drei Kasten" in Pekasi zu räumen und kampierten, beschloss Babbot die Demonstration zunächst unter Androhung und später und Ausübung von Gewalt aufzulösen. Am 13.V.2516 um 00 rollten Panzer und Wasserwerfer auf die Demonstranten zu, die Bilder gingen um die Welt (NN16 berichtete).

In den Folgemonaten kam es zunehmend zu verschiedenen Demonstrationen in mehreren Städten der IRB. Die selbsternannten "Demonstranten vom blauen Platz" eine radikal-torunische Organisation stellt sich an die Spitze der Aufstände und formiert sie zunehmend zu einer Revolution. Zugespitzt wurde die Revolution als am 08.VI.2516 bei einem Straßenkampf gegen das IRB Militär die Brüder Ismael und Raphanus Schmell von Einsatzkräften der Ismusistischen Republik zunächst als Geisel genommen und später ermordet worden. Die Eltern der hochbegabten Studenten wiederum lebten weit entfernt auf dem Lande, verbreiteten die Nachricht in umliegenden Dörfern und läuteten somit den Beginn der ersten Häuserkämpfe in den Bergdörfern der IRB ein.

Bei diesen Straßen und Häuserschlachten in den Dörfern und Städten starben wöchentlich hunderte Menschen - nicht nur durch Kampfverletzungen, besonders in den infrastrukturell abgeschotteten Regionen blockierten IRB-Soldaten die Zufahrtswege und sorgten so für Versorgungsengpässe. Weltweit bekannt ist daher auch das Bangabandhische Dorf Fel-Vashal, dessen 623 Einwohner sich trotz der IRB Blockade weigerten zu kapitulieren. Im Rahmen der siebenwöchigen Blockade verstarben schließlich alle 623 Einwohner des Dorfes durch Hunger oder Suizid. Auch wenn Fel-Vashal in seiner Härte und seinem Ausmaß ein absolute Ausnahme war, zeigte es ein weiteres mal, welche Überzeugung das Volk der IRB bereits zu Beginn der Auseinandersetzungen antrieb.

Distanzierung von Hermann von Lauenstein

Am 7.X.2516 kündigte Hermann von Lauenstein überraschenderweise an, aufgrund der derzeitigen Situation in Bangabandhu sämtliche Beziehungen zur IRB einzustellen. Er ließ die IRB Botschaft in Bäsch auflösen und verwies alle Botschafter der Ismusistischen Republik des Landes. Er kündigte sämtliche Finanzierungshilfen und Kooperationen auf und beendete Offiziell die Freundschaft zwischen IRB und DVD (NN18 berichtete). Dieser radikale Schritt brachte die IRB in eine aussichtslose Situation, ein großer Teil das Gesundheitswesen der IRB war auf den DVD Geldern aufgebaut, auch das dortige Militär war auf die Hilfe der DVD gestützt. Nicht zuletzt stellte die Demokratische Volksrepublik Diktatistan auch die Forderung an Babbot, Abzutreten und sich dem Willen des Volkes zu beugen.