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K (BAMBU-Rat reagiert völkerrechtlich einmalig)
(Proteste in Alpaterowo, Yassara und Warcollm)
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Ein Symbol der Aarherz-Regierung ziert nach wie vor einen zentralen Platz in Alpaterowo: Das Denkmal zum Friedensschluss zwischen der DVD und der Sivalesischen Föderation, welches von einer Inschrift in Lithisch, Tán, Paramurisch und Sivalesisch geziert wird. Sival stellt als ehemalige Kolonialmacht das erklärte Feindbild des Machar-Regimes dar. Folgerichtig wurde das Denkmal gleich am ersten Tag des Putsches mit Brettern verbarrikadiert. Nun sollte es ganz zerstört werden.
 
Ein Symbol der Aarherz-Regierung ziert nach wie vor einen zentralen Platz in Alpaterowo: Das Denkmal zum Friedensschluss zwischen der DVD und der Sivalesischen Föderation, welches von einer Inschrift in Lithisch, Tán, Paramurisch und Sivalesisch geziert wird. Sival stellt als ehemalige Kolonialmacht das erklärte Feindbild des Machar-Regimes dar. Folgerichtig wurde das Denkmal gleich am ersten Tag des Putsches mit Brettern verbarrikadiert. Nun sollte es ganz zerstört werden.
  
Die eher fortschrittlich gesinnten Studierenden Alpaterowos jedoch wollten dies verhindern. Sie versammelten sich zu einer friedlichen Demonstration um das Denkmal herum. Sie klagten auch Zensur und politische Schauprozesse in der Provinz Centrum an. Bevor die Polizei die Demonstranten zerstreute, waren fast 6.000 Menschen auf dem Platz zusammengekommen. Aus Solidarität kam es auch zu studentischen Protesten im Großraum Yassara.
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Die eher fortschrittlich gesinnten Studierenden Alpaterowos jedoch wollten dies verhindern. Machar genießt durchaus großen Rückhalt in der Bevölkerung: Im Beamtenapparat, den er seit Jahrzehnten ausschließlich mit blind loyalen Funktionären besetzt;b ei dem Militär, das er kräftig förderte; in der Wirtschaft - von den Fabrikbesitzern, die von lukrativen Aufträgen zur Aufrüstung profitieren bis zu den Arbeitern, da er für eine niedrige Arbeitslosenquote sorgt; bei allen Menschen, die in der Landwirtschaft entlang des Lÿm und des Bethem beschäftigt sind, da er Ackerbau und Viehhaltung großzügig subventioniert. Nach der Manier des "Gesunden Ismusismus" à la Goll jedoch wird die "Intelligenz" bewusst vernachlässigt - unabhängiges Denken wünscht das Regime keineswegs. Aus diesem Grund kristallisiert sich alle Frust und kondensiert sich aller Wiederstand an den Universitäten in Warcollm, Yassara und Alpaterowo. Da man auf Bildung nicht verzichten kann, um in Industrie und Rüstung für hohe Quantität und Qualität zu sorgen, konnte sich Machar nie ganz der ungeliebten "Intelligenz" entledigen.
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Und nun tritt diese in Gestalt der Studentenschaft zum ersten mal auf die Bildfläche. Zahlreiche Studierende versammelten sich zu einer friedlichen Demonstration um das Denkmal des Svalesisch-Davischen Friedensvertrages herum. Sie klagten auch Zensur und politische Schauprozesse in der Provinz Centrum an. Bevor die Polizei die Demonstranten zerstreute, waren fast 6.000 Menschen auf dem Platz zusammengekommen. Aus Solidarität kam es auch zu studentischen Protesten im Großraum Yassara.
  
 
Noch undurchsichtiger wurde die Lage in Warcollm. Hier marschierten nicht nur Studierende auf den Straßen, sondern Einwohner aller Schichten und Berufe. Der seit 2499 im Exil lebende Bürgermeister der Stadt, Yëntemaen Cewïthim, hielt eine öffentliche Ansprache in Urania, um der Bevölkerung Warcollms Mut zuzusprechen. Diese Rede wurde öffentlich und auf Großbildschirmen auf allen wichtigen Plätzen der Stadt am Lÿm übertragen.
 
Noch undurchsichtiger wurde die Lage in Warcollm. Hier marschierten nicht nur Studierende auf den Straßen, sondern Einwohner aller Schichten und Berufe. Der seit 2499 im Exil lebende Bürgermeister der Stadt, Yëntemaen Cewïthim, hielt eine öffentliche Ansprache in Urania, um der Bevölkerung Warcollms Mut zuzusprechen. Diese Rede wurde öffentlich und auf Großbildschirmen auf allen wichtigen Plätzen der Stadt am Lÿm übertragen.
  
 
Mit Wasserwerfen, Drohungen und vorübergehenden Verhaftungen gelang es dem Regime zwar inzwischen, sämtliche Demonstrationen zu unterbinden. Nun lässt es sich aber nicht mehr verbergen, dass sich auch in Machars Machtbereich Risse aufgetan haben.
 
Mit Wasserwerfen, Drohungen und vorübergehenden Verhaftungen gelang es dem Regime zwar inzwischen, sämtliche Demonstrationen zu unterbinden. Nun lässt es sich aber nicht mehr verbergen, dass sich auch in Machars Machtbereich Risse aufgetan haben.

Version vom 16. Januar 2020, 19:00 Uhr

Außerordentliches Treffen des BAMBU-Rates

Artikel "NN-DVD 6a"

BAMBU-Generalsekretär Pargon Moonra

Angesichts der undurchsichtigen Lage in Davien hatte der amtierende Generalsekretär Pargon Moonra zu einem außerordentlichen Treffen des BAMBU-Rates nach Bamberg eingeladen. Anlass war die drohende Gefahr einer Intervention von IADN-Staaten auf dem davischen Kontinent. Denn würde es zu einer Abspaltung davischer Provinzen und deren Unterstellung unter IADN-Staaten kommen, käme es unweigerlich zu Interessenskonflikten zwischen dem BAMBU und der IADN auch in den murabischen DVD-Gebieten in Aumen-Nord, Aumen-Mitte und Aumen-Süd.

BAMBU-Rat reagiert völkerrechtlich einmalig

Davon wäre der Bamberger Bund dann massiv betroffen, so Moonra. Um dies zu verhindern, schlug der Generalsekretär vor, das Gebiet von Aumen-Nord - also jenes DVD-Territorium, in dem Bamberg liegt - unter vorläufige BAMBU-Verwaltung zu stellen. Während Thëben Machar dieser Regelung ausdrücklich zustimmte, widersprach Adam Aarherz vehement. Dies sei, so Aarherz in der Bäscher Presse, ein weiterer Sargnagel für den Untergang der DVD. Seine Worte verhallten allerdings weitgehend ungehört. Die BAMBU-Staaten gehen offenbar vom baldigen Ende der DVD in ihrer bisherigen Struktur aus.

Von den stimmberechtigten zwölf Mitgliedern sprachen sich letztlich acht Mitglieder für die Unterstellung von Aumen-Nord unter BAMBU-Verwaltung aus. Vier Mitglieder, darunter Jennitia, enthielten sich. Auf Vorschlag und ausdrücklichen Wunsch von Begam Nodecano Furyatan soll die Unterstellung aber zunächst nur bis Ende 2520 greifen. Danach soll neu bewertet werden, damit einer eventuell positiven Entwicklung auf dem davischen Kontinent Rechnung getragen werden kann.

Der BAMBU-Rat sprach sich anschließend einstimmig dafür aus, dass der jennitische Sondergesandte Kkékur Yerteláhj mit sofortiger Wirkung als Administrator von Aumen-Nord eingesetzt wird.

"In den vergangenen Jahren sind von allen BAMBU-Mitgliedsstaaten erhebliche Anstrengungen unternommen worden, den militärisch-wissenschaftlichen Komplex von Bamberg aufzubauen, zu erhalten und weiter zu entwickeln. Sollte es dazu kommen, dass ein Großteil des davischen Territoriums unter IADN-Kontrolle fällt, ist die Infrastruktur des Bamberger Bundes in Gefahr. Da die Regierung der UAF zögert, hier rechtzeitig zu intervenieren, sieht sich der BAMBU-Rat zu einem völkerrechtlich einmaligen Schritt gezwungen: Die Unterstellung eines Territoriums unter ein Militärbündnis. Apor steh uns bei!"
Pargon Moonra

Kritik wurde an der Vorgehensweise indes seitens der in Davien aktiven torassisch-aliierten Militärkoalition laut:

"Die Verantwortung über das Staatsgebiet der Demokratischen Volksrepublik Diktatistan obliegt allein ihrer legitimen Regierung. Mit dem Beschluss, Teile des DVD-Hoheitsgebietes unter Kontrolle des Bamberger Bundes zu stellen, überschreitet der Bamberger Bund jedoch seine Kompetenz; auch der Versuch, der Entscheidung durch die Abstimmung im BAMBU-Rat einen demokratischen Anstrich zu geben, ändert nichts an ihrer Völkerrechtswidrigkeit. Wir fordern den Bamberger Bund und insbesondere die Unionsrepublik auf, die Kontrolle über Aumen mit sofortiger Wirkung zurück an Bäsch zu übertragen."
FRNX-Außenminister Timor Raglund

Politische Veränderungen in der DVD

Artikel "NN-DVD 6b"

Bäsch. Die letzten Wochen waren von umwälzenden Ereignissen auf dem davischen Kontinent geprägt: Die Anti-Machar-Offensive wird von zahlreichen Erfolgen gekrönt. Die Beziehungen zwischen Ancalim-Feanaro und der DVD (oder zumindest der Aarherz'schen Regierung) befinden sich in einem Tiefpunkt. Aarherz ist aus verschiedenen Gründen genötigt, immer mehr Macht abzugeben. Sein Thron wankt sichtlich. Machar kann sich seiner innenpolitischen Macht zwar noch sicher sein, jedoch wurde nun erster Widerstand laut. Im Folgenden sollen diese Geschehnisse im Detail beleuchtet werden.

Militärischer Vorstoß

Die gemeinsame Offensive von IADN, Torassia und der DVD fruchtet: Torassia konnte bereits das östliche Ufer des Laewhars unter militärische Kontrolle bringen. Die IADN ist bis weit ins innere Atlawiens vorgedrungen.

Der Konflikt wird, sofern man davon bei einem Bürgerkrieg sprechen kann, weitgehend human ausgetragen. Zivile Opfer werden vermieden. Dies hat den Grund darin, dass sich die lokale Bevölkerung, die ohnehin nur lokale Herrschaft wirklich anerkennt und für die Aarherz, die IADN und auch Machar gleichermaßen fremde Herrscher darstellen, meist neutral verhält. Die Konfliktparteien wiederum wagen nicht, Stellungen und Städte zu halten, wenn die Gefahr ziviler Opfer besteht. Dieses Verhalten speist sich aus zwei Gründen: Machar hat eine weitaus geringere Truppenstärke und kann es sich nicht leisten, seine Soldaten in einen Kampf mit geringen Erfolgschancen zu schicken. Außerdem könnten Verluste in der Bevölkerung oder auch nur Sachschäden als sofortige Folge haben, dass sich die lokale Bevölkerung gegen den jeweiligen Eroberer oder Verteidiger empört und mit der gegnerischen Seite kooperiert.

Die Truppen der IADN sind zahlenmäßig in einem klaren Vorteil. Von der Qualität der Ausstattung her ist das extrem hochgerüstete Macharsche her ihnen zwar ebenbürtig, allerdings hier auch quantitativ unterlegen. Die IADN-Koalition hatte bereits erste Todesopfer zu beklagen: Ein allmeerischer Konvoi fuhr vor wenigen Tagen im Norden des Centrums über eine von Machar-Truppen installierte improvisierte Sprengmine, wobei alle vier Insassen ums Leben kamen. Das dürfte das Engagement Allmeerens in Davien weiter anheizen, denn unnötige Opfer lassen sich innenpolitisch schlecht verkaufen: Die Regierung in Belodon ist jetzt gezwungen zu liefern.

Ein besonderer Fakt aber spielt Machar in die Hände: Die davischen Offiziere verhalten sich gegenüber Aarherz nicht loyal. Manche laufen aus Überzeugung zum Gegner über, manche werden von Machar rundheraus bestochen. Darüber beschweren sich die leitenden allmeerischen, torunischen und duvarischen Köpfe der Operation naturgemäß. Der Oberbefehlshaber der allmeerischen Streitkräfte in Davien, Generalmajor Azhiyev, fasste die Situation wie folgt zusammen:

"Es vergeht kein Tag, an dem nicht mindestens ein weiterer davischer Oberst oder Major, der ein mit uns alliiertes Batallion führen soll, von der Bildfläche verschwindet, mit ihm meist auch der Großteil seiner Soldaten. Das Militär Machars transportiert diese Truppen zunächst ins Landesinnere, wo sie einige wenige Tage ausgebildet und mit den Befehlsabläufen im Militär des Centrums vertraut gemacht werden. Neu ausgerüstet werden sie dann zurück an die Front verlegt, meistens weit entfernt vom letzten Einsatzort damit die Fahnenflucht nicht auffliegt."
Generalmajor Azhiyev

Als logische Konsequenz werden immer weniger davische Truppen vonseiten der IADN in die Kampfhandlungen einbezogen. Aarherz, der den eigenen diensthabenden Offizieren nicht vertrauen kann, gleichzeitig aber nicht genug kompetente Nachfolger einsetzen kann, hat begonnen, sein Heer personell abzubauen.

Bruch zwischen UAF und DVD

Vor drei Tagen kam es zum Bruch zwischen der Regierung der DVD um Aarherz und der UAF. Das Verhältnis war bereits gespannt, nachdem die UAF den Machar-freundlichen Pargon Moonra als Generalsekretär des BAMBU installierte. Es folgte das Referendum in der Schwarzen Provinz (Mi Wath), welches deren Abspaltung von der DVD und die Eingliederung in die UAF zur Folge hatte. Es herrschte Funkstille.

Insidern zufolge bot Aarherz der UAF an, die Eingliederung anzuerkennen, wenn diese sich am Feldzug gegen Machar beteilige. An einem Kompromiss jedoch schien die Regierung in Finrod nicht interessiert: Der Besitz der Schwarzen Provinz ist ohnehin gesichert, eine militärische Aktion ist strategisch riskant und fände keine Unterstützung in der ancalischen Bevölkerung.

Aarherz zog nun die Konsequenz aus diesem Verhalten: Er brach alle diplomatischen Beziehungen zur UAF ab, zog seine Botschafter aus Finrod ab und verwies die Botschafter der UAF des Landes. Dabei verurteilte er die Annexion von Mi Wath auch erstmals mit scharfen Worten. Den Mut zu diesem Schritt dürfte Aarherz in der neuen Unterstützung durch die IADN und Torassia und deren militärischen Erfolgen geschöpft haben.

"Aarherz verkennt die Realität. Auf Grund seiner wankelmütigen Politik hat sich Mi Wath von der Aarherz-DVD abgewandt. Das Volk hat das mehrheitlich so entschieden. Nicht die UAF hat Mi Wath annektiert - das Volk von Mi Wath hat eine Entscheidung getroffen."
Paercyl Lamryth

Postwendend folgte die Reaktion der UAF. Diese fiel aber anders aus, als vielleicht von Aarherz erwartet. Zwar wurde seine Regierung für illegitim erklärt; die Putschisten-Regierung um Machar wurden aber ebenfalls für illegitim erklärt. Nur baldige Neuwahlen, so der ancalische Resident Finessar Gonalonde, könnten Klarheit schaffen. Der Plan von Machar, die UAF offiziell als Verbündeten zu gewinnen, kann damit als gescheitert betrachtet werden. Offenbar traut Finrod es also weder Aarherz noch Machar zu, den sprichwörtlich "Gollischen Knoten" zu durchschlagen.

Der Zeitpunkt von Aarherz' Vorstoß könnte sich aber auch anderweitig als ungünstig herausstellen: Bisher herrschte nämlich Ruhe in Aumen, wo im Rahmen der gemeinsamen Kooperation des BAMBU nach wie vor Truppen der Mitgliedsstaaten stationiert sind. Diese sind nach dem diplomatischen Eklat nicht abgezogen worden - und es bleibt die Frage, was nun auf dem murabischen Kontinent geschehen wird.

Machtübergabe im Centrum und in Bäsch

Nach bis in den heutigen Morgen andauernden Verhandlungen zwischen der davischen Interiumsregierung und IADN-Vertretern sickerte durch, dass die militärische Kontrolle über Nordprovinz, Ostprovinz sowie die derzeit umkämpften Gebiete im östlichen Centrum um 0 Uhr heute Nacht an eine aus davischen und IADN-Vertretern bestehende Kommission übergehen wird. Die Regierung in Bäsch verliert damit die alleinige Kontrolle über den letzten verbliebenen Teil der Demokratischen Volksrepublik Diktatistan. Die Berichte wurden mittlerweile sowohl seitens der IADN als auch von hochrangigen davischen Regierungsbeamten bestätigt und sind als authentisch einzustufen.

Zwar sind auch davische Vertreter in der Kommission vertreten, militärstrategische Entscheidungen werden jetzt jedoch in Camps vor Nowo Metalsk und Ctaeye anstatt in Bäsch gefällt. Faktisch dürfte sich an der Lage vor Ort wenig ändern: Die mit guten militärischen Fortschritten verbundene Invasion in der Centrumsprovinz wird bis auf weiteres fortgeführt, ein Vormarsch auf Alpaterowo erscheint in Reichweite. Dass für die in Davien zunehmend autonom agierende Militärkoalition nun die rechtliche Grundlage geschaffen wurde, dürfte kein Akt der Selbstlosigkeit der Regierung Aarherz gewesen, sondern auch auf massiven Druck der IADN-Seite zustande gekommen sein.

Nach dem Vorbild dieses Abkommens wird, nach Informationen torassischer Behörden, eine ähnliche Kommission in der Stadt Bäsch, unter torassisch-davischer Führung, gebildet. Hier bitte Marty!!

Aarherz schwache Position gegenüber seinen Verbündeten brachte auch Kritik in den eigenen Reihen der provisorischen Regierung auf - und hiermit ist nicht etwa das Machar-treue Lager gemeint! Es gibt zwei Gruppen, die immer mehr Zulauf finden: Zum einen die Gruppe "Das Haus" um Wheyëtta Naer. Diese bemängelt den Zustand des davischen Heeres und drängt auf eine noch engere Kooperation insbesondere mit Torassia. Zum anderen die Gruppe "Cmarnyr" nach ihrem führenden Kopf Lithra Cmarnyr benannt, welche den inzwischen omnipräsenten Einfluss ausländischer Mächte anprangern.

Proteste in Alpaterowo, Yassara und Warcollm

Ein Symbol der Aarherz-Regierung ziert nach wie vor einen zentralen Platz in Alpaterowo: Das Denkmal zum Friedensschluss zwischen der DVD und der Sivalesischen Föderation, welches von einer Inschrift in Lithisch, Tán, Paramurisch und Sivalesisch geziert wird. Sival stellt als ehemalige Kolonialmacht das erklärte Feindbild des Machar-Regimes dar. Folgerichtig wurde das Denkmal gleich am ersten Tag des Putsches mit Brettern verbarrikadiert. Nun sollte es ganz zerstört werden.

Die eher fortschrittlich gesinnten Studierenden Alpaterowos jedoch wollten dies verhindern. Machar genießt durchaus großen Rückhalt in der Bevölkerung: Im Beamtenapparat, den er seit Jahrzehnten ausschließlich mit blind loyalen Funktionären besetzt;b ei dem Militär, das er kräftig förderte; in der Wirtschaft - von den Fabrikbesitzern, die von lukrativen Aufträgen zur Aufrüstung profitieren bis zu den Arbeitern, da er für eine niedrige Arbeitslosenquote sorgt; bei allen Menschen, die in der Landwirtschaft entlang des Lÿm und des Bethem beschäftigt sind, da er Ackerbau und Viehhaltung großzügig subventioniert. Nach der Manier des "Gesunden Ismusismus" à la Goll jedoch wird die "Intelligenz" bewusst vernachlässigt - unabhängiges Denken wünscht das Regime keineswegs. Aus diesem Grund kristallisiert sich alle Frust und kondensiert sich aller Wiederstand an den Universitäten in Warcollm, Yassara und Alpaterowo. Da man auf Bildung nicht verzichten kann, um in Industrie und Rüstung für hohe Quantität und Qualität zu sorgen, konnte sich Machar nie ganz der ungeliebten "Intelligenz" entledigen.

Und nun tritt diese in Gestalt der Studentenschaft zum ersten mal auf die Bildfläche. Zahlreiche Studierende versammelten sich zu einer friedlichen Demonstration um das Denkmal des Svalesisch-Davischen Friedensvertrages herum. Sie klagten auch Zensur und politische Schauprozesse in der Provinz Centrum an. Bevor die Polizei die Demonstranten zerstreute, waren fast 6.000 Menschen auf dem Platz zusammengekommen. Aus Solidarität kam es auch zu studentischen Protesten im Großraum Yassara.

Noch undurchsichtiger wurde die Lage in Warcollm. Hier marschierten nicht nur Studierende auf den Straßen, sondern Einwohner aller Schichten und Berufe. Der seit 2499 im Exil lebende Bürgermeister der Stadt, Yëntemaen Cewïthim, hielt eine öffentliche Ansprache in Urania, um der Bevölkerung Warcollms Mut zuzusprechen. Diese Rede wurde öffentlich und auf Großbildschirmen auf allen wichtigen Plätzen der Stadt am Lÿm übertragen.

Mit Wasserwerfen, Drohungen und vorübergehenden Verhaftungen gelang es dem Regime zwar inzwischen, sämtliche Demonstrationen zu unterbinden. Nun lässt es sich aber nicht mehr verbergen, dass sich auch in Machars Machtbereich Risse aufgetan haben.