Geschichte der DVD

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Dieser Artikel behandelt die Geschichte der DVD von den ersten Bewegungen zur Staatsgründung bis zum heutigen Zeitpunkt. Für die Geschichte des davischen Kontinentes siehe Geschichte des Davischen Kontinents bis zum 23. Jahrhundert.

Vorfeld der Staatsgründung (2275-2315)

Schon ab 2150 entstehen erste patriotische Schriften. Nach dem endgültigen Zerfall der Lithischen Königreiche nach dem „Tag der Tausend Tränen“ 2018 beginnen sich schon erste Mythen um sie zu ranken. Als sich die Geschichtsforschung insbesondere im 23. Jahrhundert weiter vertiefte, und man mehr über das Urmannische Großreich herausfand, wurde dieses in den Vordergrund davischer Geschichtsreflexion gestellt. Es entstand eine Alldavische Kultur, zunächst nur unter Intellektuellen, die aber im Vorfeld der Gertanesischen Kriege auch die ärmere Bevölkerung der Städte durchdrang.

Bald wurde die Ideologie „Ismusismus“ populär, die Thmaer Amet schon 2135 entworfen hatte. Sie ist speziell auf ein freies Davien zugeschnitten.

Die Kolonialmächte auf diese Etwicklungen indem sie versuchen, ihre Macht mit z.T. brutalen Restriktionen komplett zu erhalten. Es begannen demokratische, antikoloniale und Ismusismus-orientierte Aufstände in ganz Davien in den sechziger Jahren des 23. Jahrhunderts, die ihren Höhepunkt in den siebziger Jahren fanden. Dabei tat sich Wheyëtta Cÿrath als junger Revolutionär besonders hervor.

Am Weißen Tag von Pano (2271) entmachtete das Volk den Erzherzog von Paramur, dem die Stadt direkt unterstand, friedlich.

In Bäsch kam es zu zwei blutigen Revolutionen: Dem 1. Bäscher Aufstand 2270, in welchem um Demokratie gekämpft wurde und dem 2. Bäscher Aufstand 2276, da die Scheindemokratische Regierung nicht dem Wunsch der Bevölkerungsmehrheit nachkam, ein ismusistisches System zu errichten und einem alldavischen Staat entgegenzustreben.

Auch in Warcollm brachen Rebellionen aus. Vor dem Hintergrund des ersten Bäscher Aufstandes gewährte der Neu-Knossische Kolonialist der Stadt 2271 die Unabhängigkeit, sodass man auch hier zu einer freiheitlichen Verfassung kam. 2276 schlossen sich die Städte Warcolm, Pano, Ctaeye (das schon immer frei gewesen war) und Bäsch zum Vierbund zusammen.

Als erstes Ziel sah man die Befreiung und Vereinigung ganz Daviens vor. Deshalb ging man aktiv gegen die Kolonialmächte vor, warb Land ab und schürte Aufstände. Da die Kolonialmächte um jeden Preis verhindern wollten, dass sich das freie Land ausweitete, kam es zu mehreren Kriegen, die jedoch, da die Bevölkerung mehrheitlich auf der Seite des Vierbundes stand, oft schnell zu deren Gunsten entschieden wurden.

Frühzeit der DVD (2315-2402)

Die Gründung

Im „Beschluss von Saterborn“ von 2315 beschloss der damalige Erzherzog von Paramur, Theseus I. von Marter und Laudem, den davischen Kolonien die Unabhängigkeit zu schenken, denn er fürchtete die explosive Stimmung, und erwog, dass man den neuen Staat zu einem Handelspartner machen könnte. Die Köpfe des Vierbundes sahen nun die Stunde einer einigen Republik gekommen.

2315 wurde die Demokratische Volksrepublik Diktatistan in Warcolm gegründet. Die Hauptstadt wurde aufgrund der zentralen Lage zunächst Ctaeye. Das System war am Ismusismus orientiert. „Diktatistan“ leitet sich vom Urmannischen Wort „Ldīkkut‘ātišattān“ ab, das so viel bedeutet wie „Wir werden geeint sein“.

Zum ersten Staatsältesten (Staatsoberhaupt) wählte man Wheyëtta Cÿrath, der jedoch nur neun Monate regierte, ehe er aufgrund gesundheitlicher Probleme zurücktrat.

Urmannisch wurde wiederbelebt und als symbolische Amtssprache der Volksrepublik eingeführt, denn man wollte eine neutrale Sprache wählen und keine der Sprachen Daviens bevorzugen. Jedoch stellte es sich sehr bald als unpraktikabel heraus, eine alte Sprache wiederzubeleben und daher griff man bald auf das als Verkehrssprache weit verbreitete Paramurisch zurück.

Das glorreiche 24. Jahrhundert

Man führte den Prozess der Einigung fort. Die Kolonialmächte sahen nun, dass der Unabhängigkeit Daviens nichts mehr entgegenzustellen war, und so wurden die Verhandlungen friedlich geführt, von einigen Zusammenstößen abgesehen. Ab 2360 begann man, auch in Aumen Gebiete an das Staatsgebiet der DVD anzuschließen, die jedoch nicht gleichberechtigt waren.

Ein interessantes Kapitel ist die wirtschaftliche Blütezeit der sechziger und siebziger Jahre des 24. Jahrhunderts, von der insbesondere Bäsch profitierte. Da damals Xyllabien eine Rezession erlitt und die neukanabisch-xyllabischen Verhältnisse sehr gespannt waren, wanderte einige Xyllaben in die DVD aus. Ihre Nachfahren leben heute in sechster und siebter Generation zum Teil noch dort: Mit 1 Millionen Xyllabisch-Sprechern in Bäsch stellen sie einen bedeutenden Bevölkerungsteil dar.

Am 2387 traten die letzten Staaten – von den Svalesischen Kolonien abgesehen – bei, eine Gruppe kleindavischer Republiken. Um ihren Völkern Frieden zu gewähren, und um zu verhindern, dass das Königreich Nörgelstan (das in diesen Kriegen die meisten Gewinne davongetragen hatte) sie unterwerfen würde, entschieden sie sich zu einem Anschluss an die DVD. Da die Beitrittsverträge im Rosengarten von Alpaterowo unterzeichnet wurden, nannte man sie Rosenprovinzen. Die Hauptstadt der DVD wurde nun Bäsch. Der Beginn der Diktatur und „Gesunder Ismusismus“ (2402-2424)

Verschiedene Korruptionsskandale erschütterten die Volksrepublik in den neunziger Jahren des 24. Jahrhunderts. Hinzu kam eine heftige Wirtschaftskrise, da die Rosenprovinzen unglaublich arm und völlig zerstört waren durch Kriege, die ihrem Beitritt vorangegangen waren. Diese Belastung wirkte sich signifikant auf den Haushalt aus; außerdem brachen verschiedene Rohstoffpreise ein. Wenn auch akute Not abgewendet wurde, erholte sich die Volksrepublik nie wirklich von diesem Schlag.

Zudem grassierten Gerüchte über einen Klimawandel, demzufolge durch in der Wüste Ëyor ausgeschüttete Chemikalien eine Eiszeit in Davien hervorrufen sollten.

Die Missstände spitzten sich zu, da das Volk immer mehr das Gefühl hatte, man regiere an ihm vorbei. Es gab Demonstrationen und Aufstände. Schließlich putschte der damalige Regulator, Sëth Ueldra, 2392. Er begründete dies mit einem angeblichen Verrat des damaligen Staatsältesten Tlëch Skuonibereg. Skuonibereg wurde am Folgetag hingerichtet.

Unter dem Vorwand innerer und äußerer Feinde, wirtschaftlicher Zwänge und Umweltproblemen etablierte Ueldra eine autoritäre Diktatur, die er als „Gesunden Ismusismus“ bezeichnete. Oberhaupt in diesem System ist nicht mehr der Älteste, sondern der Regulator. Es gelang Ueldra durch schnelles Handeln, die meisten wirtschaftlichen Missstände aus dem Weg zu räumen, doch er errichtete in derselben Zeit eine Diktatur, die mehr als ein Jahrhundert halten sollte.

Die Ära Goll (2424-2490)

Ueldra starb 2424. Seine Nachfolge trat Sufirush Goll, auch Goll Sr. genannt, an. Dieser übernahm das Ueldrasche System. Goll Sr. begann, die Forschung auszuweiten (so gehen das Teilchenforschungszentrum in Tolmán sowie die Atomversuche in Abu Simbel auf ihn zurück), und Expansionspolitik zu betreiben (2429 wurde Aumen zu Davien gegliedert, mit dem Status einer Kolonie) – was die Verhältnisse zur FRNX belastete. Sufirush gelang es, innerhalb kürzester Zeit, Diktatistan zu einer neuen wirtschaftlichen Blüte zu verhelfen.

Grimmhardt Goll, der 2434 zum Regulator wurde, lockerte die Repressionen gegen die Bevölkerung. Er verschärfte allerdings die Expansionspolitik seines Vaters. Goll baute sofort das Militär aus, sodass die Patriotische Armee zur truppenstärksten von Ultos wurde (und noch heute ist). 2444 führte er den Kappkrieg gegen Nörgelstan, den eine Affäre um den Landwirtschaftsminister der DVD, Hjaephroday Cholowho ausgelöst hatte, und aus dem die DVD als Sieger hervorging. Damit war Diktatistan die erste (und bisher einzige) Macht in der Geschichte, die Nörgelstan Stirn geboten hatte, wofür sie internationales Lob erhielt. Sval, die letzte Kolonialmacht, die noch Gebiete in Davien besaß, hatte jedoch insgeheim Nörgelstan unterstützt. Als dies bekannt wurde, verschärften sich die Spannungen zwischen Sval und der DVD.

Mit einem Präventivschlag Svals brach 2448 der Weiße Krieg an. Goll zog seine Truppen immer weiter in die Wüste Ëyor zurück, was aussah wie unkontrollierte Verluste, jedoch einer klugen Taktik folgte: Ohne Versorgung blieben die svalesischen Truppen in der Wüste stecken. Mit der Grenzüberschreitung in Murabien wurde auch die FRNX in den Krieg verwickelt. Nach verlustreichen Kämpfen in Gertanesien ging die DVD als Sieger hervor – die Kolonisation war für immer beendet, in Murabien hatte man große Gebiete hinzugewonnen und stand zudem nun als globale Großmacht, zugleich jedoch ohne enge Partner da.

In den 2460er Jahren begann der Ruf nach Demokratie zu erstarken, auf den das Regime Goll mit Repressionen antwortete. Es wurde die Organisation „Demokratischer Dienst“ gegründet. Zunächst eine Art Forum für öffentliche Debatten, ging sie mit ihrem Verbot 2465 in den Untergrund und nahm geheimdienstartige Züge an. Zudem spaltete sich die radikale Gruppe „Sëmma Dawhe“ („Erneuert Davien“) ab. Diese verübte 2469 einen Anschlag auf Grimmhardt Goll, bei dem dieser das linke Bein verlor. Darauf folgten sehr schwere Repressionen, Massenverhaftungen und Schauprozesse. 2470 wurde das letzte Todesurteil der Davischen Geschichte vollstreckt: Man richtete den Attentäter Smár Malamico hin, ironischerweise ein Verwandter des Kolko-Attentäters Iáf Malamico.

Iáf Goll, der Sohn Grimmhardt Golls, war auch dessen designierter Nachfolger. Im Vorfeld seines Amtsantrittes reiste er 2475 durch Davien und versuchte, das Volk für seine Pläne zu einem demokratischen Wandel zu begeistern – mit Erfolg. Er versprach Amnestie für die Mitglieder des „Demokratischen Dienstes“, freie Wahlen, einen Rückzug von der Expansionspolitik – in all diesen Punkten widersprach er den Interessen und Ansichten seines Vaters. 2475 starb er bei einem Anschlag. Man vermutete die „Sëmma“ hinter diesem Attentat, jedoch bleiben Zweifel bis heute. Es folgten sehr bedrückte Jahre, die als „schweigsame Jahrzehnte“ in die Geschichte eingehen sollten.

Die Nachfolge Golls trat dessen Enkel, Rádman Goll, an.