Toren Spaladir

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Toren Spaladir

Toren Spaladir in seinem Atelier

Toren Spaladir in seinem Atelier in Erigon
Geboren 7. Hyafin 2473
Geburtsort Erigon, Eldalote
Nationalität ancalisch
Beruf Bildhauer, Monumentalkünstler, Hochschullehrer
Wohnort Erigon
Tätigkeit Professor für plastische Kunst, später freischaffend
Kunstrichtung Monumentale Sakralkunst, figurative Plastik
Bekanntestes Werk Die Möglichkeit
Bekannt für Versuch einer figürlichen Darstellung Apors

Toren Spaladir (* 7. Hyafin 2473 in Erigon) ist ein ancalischer Bildhauer, Monumentalkünstler und ehemaliger Hochschullehrer. Er wurde vor allem durch seine monumentalen Bronzeplastiken bekannt.

Bis weit in sein fünftes Lebensjahrzehnt galt Spaladir als ausgesprochen seriöser Vertreter der ancalischen Gegenwartskunst. Seine Werke schmücken Universitäten, Verwaltungsgebäude und öffentliche Plätze. Besondere Bekanntheit erlangte er jedoch durch eine jahrelange künstlerische Obsession: den Versuch, die nach aporistischer Lehre grundsätzlich gestaltlose Gottheit Apor dennoch bildlich darzustellen.

Diese Beschäftigung kulminierte schließlich in der monumentalen Bronzestatue Die Möglichkeit, die in der Öffentlichkeit bald nur noch als „Der verbotene Apor“ bezeichnet wurde.

Leben

Spaladir wurde 2473 in Erigon geboren. Sein Vater war Bauingenieur, seine Mutter Restauratorin für historische Metallarbeiten.

Bereits während seiner Schulzeit beschäftigte er sich intensiv mit Bronze, Stein und plastischer Gestaltung.

Nach seinem Studium der Bildhauerei spezialisierte er sich zunächst auf großformatige öffentliche Plastiken. Früh zeigte sich seine besondere Fähigkeit, menschliche Körper monumental darzustellen, ohne sie unbeweglich oder schwer erscheinen zu lassen.

In den 2500er Jahren erhielt Spaladir zahlreiche öffentliche Aufträge.

Zu seinen Arbeiten gehörten Denkmäler für Wissenschaftler, Politiker, Universitätsgründer und Persönlichkeiten der ancalischen Geschichte.

Später wurde er Professor für plastische Kunst an der Bara-Kemsi-Universität in Finrod-Badereul.

Über viele Jahre galt er als Vertreter einer nahezu klassischen Auffassung von Bildhauerei.

Skandale waren ihm fremd.

Öffentliche Provokationen ebenso.

Gerade deshalb löste seine spätere Beschäftigung mit Apor umso größere Irritationen aus.

Die Frage nach Apor

Spaladir beschäftigte sich nach eigenen Angaben bereits während seines Studiums mit der Frage, weshalb ausgerechnet die zentrale Gottheit des Aporismus jeder figürlichen Darstellung entzogen sei.

Apor wird theologisch nicht als personhaftes Wesen verstanden, sondern als Prinzip von Möglichkeit, Ordnung und gegenwärtiger Handlung.

Traditionelle Apor-Kelche besitzen deshalb keine Bilder oder Statuen Apors.

Spaladir empfand diese Abwesenheit zunehmend als künstlerische Herausforderung.

In einem später veröffentlichten Notizbuch schrieb er:

„Seit Jahrhunderten sagen wir, Apor könne nicht dargestellt werden.

Mich interessiert nicht, ob das stimmt.

Mich interessiert, was geschieht, wenn es trotzdem jemand versucht.“

Aus dieser zunächst theoretischen Frage entwickelte sich eine jahrzehntelange Beschäftigung.

Die Apor-Studien

Zwischen 2511 und 2524 entstanden in Spaladirs Atelier hunderte Zeichnungen, kleine Bronzeentwürfe, Gipsmodelle und anatomische Studien.

Spaladir bezeichnete sie intern lediglich als A-Studien.

Viele zeigen keinen vollständigen Körper.

Einige bestehen ausschließlich aus Händen.

Andere zeigen einen Rücken, einen Hals, einen angedeuteten Kopf oder lediglich einen leeren Lichtkreis über einer menschlichen Silhouette.

Mehrere frühe Arbeiten zeigen sogar ausschließlich einen Sockel ohne Figur.

Spaladir erklärte später:

„Ich begann mit der Überzeugung, dass Apor keinen Körper haben dürfe.

Nach zwanzig Jahren war ich mir nur noch sicher, dass ich nicht wusste, warum.“

Kollegen berichteten, dass Spaladir zunehmend jede freie Zeit mit der Frage nach einer möglichen Gestalt Apors verbrachte.

Er studierte frühancalische Kultbilder, murabische Götterdarstellungen, anatomische Lehrwerke, antike Herrscherplastiken und aporistische Schriften.

Zeitweise soll sein Atelier mit mehreren Dutzend kleinen Köpfen gefüllt gewesen sein.

Keiner wurde fertiggestellt.

Sobald Spaladir meinte, einem Gesicht Apors nahegekommen zu sein, zerstörte er den Entwurf.

„Ein Gesicht, das keines sein darf“

Besonders schwierig erwies sich für Spaladir die Gestaltung des Gesichts.

Nach seiner Auffassung konnte Apor weder alt noch jung, weder streng noch freundlich, weder eindeutig männlich noch weiblich erscheinen.

Jede Festlegung bedeutete bereits eine theologische Aussage.

Spaladir versuchte deshalb zunächst, ein weitgehend neutrales Gesicht zu schaffen.

Das Ergebnis empfand er jedoch als leblos.

Später schrieb er:

„Wenn ich ihm kein Gesicht gebe, ist es keine Figur.

Wenn ich ihm eines gebe, lüge ich.

Dazwischen liegt die ganze Arbeit.“

Dieser Satz wurde später häufig als Schlüssel zu seinem Gesamtwerk bezeichnet.

Obsession

Mit zunehmendem Alter konzentrierte sich Spaladirs künstlerische Arbeit fast vollständig auf Apor.

Öffentliche Aufträge lehnte er häufiger ab.

Vorlesungen übergab er teilweise Assistenten.

Besucher seines Ateliers berichteten, dass selbst Arbeiten zu völlig anderen Themen plötzlich Kelche, Eichenlaub oder kreisförmige Formen enthielten.

Ein ehemaliger Student sagte später:

„Man konnte Toren nach einer Treppe fragen und bekam eine Antwort über Apor.“

Spaladir bestritt nie, dass seine Beschäftigung obsessive Züge angenommen hatte.

Er lehnte jedoch die Vorstellung ab, es handle sich um religiösen Fanatismus.

„Ich will Apor nicht sehen.

Ich will wissen, warum wir Angst davor haben, ihn zu sehen.“

Nach Aussage von Freunden konnte Spaladir stundenlang über die Stellung eines Armes, die Neigung eines Kopfes oder die Frage diskutieren, ob ein Gott überhaupt stehen müsse.

Besonders häufig kehrte er zu einem einzigen Problem zurück:

Wenn Apor Möglichkeit ist, darf dann eine Darstellung Apors überhaupt abgeschlossen sein?

Der menschliche Körper

Spaladir kam schließlich zu der Überzeugung, dass Apor nicht durch Abstraktion, sondern nur durch den menschlichen Körper dargestellt werden könne.

Dies stellte einen radikalen Bruch mit seinen früheren Ansichten dar.

Er begründete dies mit der Diesseitsbezogenheit des Aporismus.

Wenn Apor in gegenwärtiger Handlung wirke, müsse der menschliche Körper als Träger dieser Handlung zwangsläufig Teil jeder ernsthaften Darstellung sein.

Spaladir formulierte:

„Eine Hand handelt.

Ein Fuß geht.

Ein Rücken trägt.

Ein Auge sieht.

Warum sollte ausgerechnet der Körper für Apor ungeeignet sein?“

Aus dieser Überlegung entstand die spätere Monumentalfigur.

„Die Möglichkeit“

2525 begann Spaladir mit der Arbeit an seiner größten und umstrittensten Plastik.

Die monumentale Bronze erhielt offiziell den Titel Die Möglichkeit.

Sie zeigt einen körperlich idealisierten jungen Mann in heroischer Haltung.

Der nackte beziehungsweise nur teilweise verhüllte Körper wird von zahlreichen aporistischen Symbolen umgeben.

Besonders auffällig sind:

  • der große Lichtkreis hinter dem Kopf,
  • der Kelch,
  • Eichenlaub und Eicheln,
  • eine monumentale aufgerichtete Körperhaltung,
  • sakral anmutende Gewänder,
  • sowie mehrere kreisförmige Symbole der Möglichkeit.

Spaladir behauptete zunächst, die Statue stelle nicht Apor selbst dar.

Vielmehr zeige sie

„den Menschen im Zustand verwirklichter Möglichkeit.“

Diese Erklärung wurde von Kunstkritikern, Theologen und Öffentlichkeit weitgehend mit Skepsis aufgenommen.

Die Bildsprache war zu eindeutig.

Die Enthüllung

Bei der offiziellen Präsentation wurde Spaladir von einem Journalisten gefragt, ob er tatsächlich behaupten wolle, die Statue stelle nicht Apor dar.

Spaladir antwortete:

„Wenn Sie Apor darin erkennen –

wer von uns beiden hat ihm dann ein Gesicht gegeben?“

Der Satz löste unmittelbar eine breite öffentliche Debatte aus.

Wenige Minuten später stellte ein anderer Journalist dieselbe Frage in veränderter Form.

Diesmal antwortete Spaladir:

„Natürlich ist es Apor.

Wer denn sonst?“

Welche der beiden Antworten ernst gemeint war, erklärte Spaladir nie.

Später behauptete er lediglich:

„Beide waren wahr, als ich sie sagte.“

Der Skandal

Das Mahtanat reagierte ungewöhnlich deutlich auf die Statue.

In einer offiziellen Erklärung hieß es:

„Apor besitzt kein Gesicht, keinen Leib und keine Haltung.

Wer ihm eine Gestalt gibt, zeigt nicht Apor, sondern sich selbst.“

Spaladir bezeichnete die Erklärung als

„die bisher beste Beschreibung meiner Arbeit.“

Dies wurde im Mahtanat wiederum nicht als Zeichen einer Entspannung aufgefasst.

Die Statue entwickelte sich innerhalb weniger Tage zu einem öffentlichen Ereignis.

Tausende Menschen besuchten den Aufstellungsort.

Fotografien verbreiteten sich in den Medien.

Kleine Nachbildungen tauchten bereits wenige Wochen später im Handel auf.

Besonders problematisch für das Mahtanat war, dass einzelne Besucher begannen, Blumen vor der Statue niederzulegen oder den Sockel zu berühren.

Mehrfach mussten Geistliche ausdrücklich erklären, dass es sich weder um eine geweihte Darstellung noch um ein Aporai handle.

In der Bevölkerung setzte sich dennoch rasch der Beiname

„Der verbotene Apor“

durch.

Spaladir und das Mahtanat

Spaladir selbst betonte wiederholt, dass er den Aporismus nicht verhöhnen wolle.

Er bezeichnet sich als kulturell aporistisch geprägt, lehnt jedoch jede eindeutige Einordnung seiner persönlichen Religiosität ab.

Sein Verhältnis zum Mahtanat ist seit der Enthüllung angespannt.

Mehrere geplante Gespräche zwischen Spaladir und hohen Geistlichen fanden statt, blieben jedoch ohne gemeinsame Erklärung.

Nach einem dieser Gespräche sagte Spaladir vor Journalisten:

„Wir sind uns einig, dass Apor nicht so aussieht.

Uneinig sind wir nur darüber, ob das wichtig ist.“

Verhältnis zu Andor Waloran

Die Presse stellte früh Vergleiche zwischen Spaladir und Andor Waloran her.

Beide Künstler beschäftigen sich intensiv mit der Darstellung religiöser Symbolik und der menschlichen Körperlichkeit.

Ihre Arbeitsweise unterscheidet sich jedoch erheblich.

Waloran provoziert bewusst.

Spaladir argumentiert.

Waloran überfrachtet.

Spaladir monumentalisiert.

Waloran sucht den Skandal häufig offen.

Spaladir scheint regelmäßig überrascht, wenn er ihn verursacht.

Waloran kommentierte die Apor-Statue mit den Worten:

„Ich brauche fünf Meter Leinwand, um Ärger zu bekommen.

Toren braucht nur Bronze.“

Spaladir antwortete:

„Andor hätte sie vergoldet.“

Waloran soll diese Bemerkung als Kompliment verstanden haben.

Das Problem der Vollendung

Bemerkenswert ist, dass Spaladir selbst Die Möglichkeit offenbar nicht als endgültige Lösung seiner Apor-Frage betrachtet.

Kurz nach der Enthüllung begann er erneut mit Zeichnungen.

In seinem Atelier befinden sich inzwischen mehrere neue Modelle.

Einige zeigen keine menschliche Figur mehr.

Andere sind noch stärker körperlich ausgearbeitet.

Ein Modell besteht lediglich aus zwei ausgestreckten Händen und einem leeren Kreis.

Auf die Frage, weshalb er nach Jahrzehnten und einer monumentalen Bronzestatue noch immer weiterarbeite, antwortete Spaladir:

„Weil sie falsch ist.“

Der Journalist fragte:

„Die Statue?“

Spaladir:

„Natürlich.

Aber vielleicht ist sie auf die richtige Weise falsch.“

Künstlerisches Selbstverständnis

Spaladir versteht Kunst nicht als Illustration theologischer Wahrheiten.

Nach seiner Auffassung besteht ihre Aufgabe gerade darin, dort weiterzufragen, wo Religion, Politik oder Gesellschaft bestimmte Fragen bereits für beantwortet halten.

Über seine Beschäftigung mit Apor sagte er:

„Der Theologe darf sagen: Apor hat keine Gestalt.

Ich bin Bildhauer.

Ich darf fragen: Welche?“

Dieser Satz gilt inzwischen als eine der bekanntesten Aussagen Spaladirs.

Öffentliche Wahrnehmung

Vor Die Möglichkeit galt Spaladir als bedeutender, aber vergleichsweise konventioneller Monumentalbildhauer.

Seit der Kontroverse wird sein gesamtes früheres Werk neu bewertet.

Kunsthistoriker suchen inzwischen auch in seinen älteren Arbeiten nach Hinweisen auf seine spätere Apor-Obsession.

Spaladir selbst steht dieser Entwicklung skeptisch gegenüber.

„Wenn ich 2508 einen Bürgermeister modelliert habe, war es wahrscheinlich ein Bürgermeister.

Nicht alles war Apor.

Damals jedenfalls.“

Einschätzung

Einschätzung

Toren Spaladirs Bedeutung liegt weniger darin, dass er eine mögliche Gestalt Apors geschaffen hat.

Bedeutender ist die Frage, die seine Arbeit aufwirft:

Kann das Verbot einer Darstellung selbst Vorstellungen erzeugen?

Über Jahrhunderte vermied der Aporismus bewusst jedes Bild seiner obersten Gottheit.

Spaladir machte gerade diese Leerstelle zu seinem Thema.

Seine Statue behauptet nicht zwingend:

So sieht Apor aus.

Sie stellt eine gefährlichere Frage:

Warum glauben wir sofort, dass dies Apor sein könnte?

Damit ist Die Möglichkeit gleichzeitig religiöse Provokation, philosophisches Experiment und Monument eines Künstlers, der seit Jahrzehnten versucht, einer Leerstelle ein Gesicht zu geben.

Dass er mit dem Ergebnis selbst nicht zufrieden ist, dürfte erklären, warum diese Beschäftigung noch lange nicht beendet ist.

Bekannte Werke

  • Der Träger (2503)
  • Erigoner Köpfe (2507–2509)
  • Sieben Hände (2512)
  • A-Studie XVII (2516)
  • Der leere Sockel (2519)
  • Möglichkeit ohne Körper (2522)
  • A-Studie XXVII (2524)
  • Die Möglichkeit (2525)

Siehe auch