Feawen – Volk
| Bezeichnung | Feawen |
| Bevölkerung | ca. 3,2 Mio. (2517) |
| Hauptsiedlungsgebiet | Autonome Region der Feawen auf Feawen |
| Staat | Unionsrepublik Ancalim-Feanaro |
| Unionsstaat | Feanaro |
| Sprachen | Feawisch, Pharisch |
| Religion | überwiegend Aporismus |
Die Feawen sind ein indigenes Volk Feanaros. Ihr historisches Hauptsiedlungsgebiet liegt in einem räumlich begrenzten Gebiet auf der feanarischen Hauptinsel Feawen.
Die gleichlautende Bezeichnung von Volk und Insel führt insbesondere außerhalb Feanaros gelegentlich zu dem Missverständnis, die gesamte Insel Feawen sei das angestammte Siedlungsgebiet der Feawen oder werde überwiegend von ihnen bewohnt. Dies ist nicht der Fall.
Die Insel und Verwaltungsregion Feawen gehört mit rund 11,5 Millionen Einwohnern zu den bevölkerungsreichsten Gebieten Feanaros. Die Feawen bilden dort eine bedeutende indigene Bevölkerungsgruppe, konzentrieren sich jedoch historisch auf ein kleineres zusammenhängendes Siedlungsgebiet innerhalb der Insel.
Für dieses Gebiet bestehen besondere sprachliche, kulturelle und administrative Rechte. Es bildet die Autonome Region der Feawen.
Stand 2517 gibt es etwa 3,2 Millionen Feawen. Ein erheblicher Teil lebt außerhalb des traditionellen Siedlungsgebietes, insbesondere in den größeren Städten Feanaros.
Inhaltsverzeichnis
Name
Die Namensgleichheit zwischen dem Volk und der Insel Feawen ist historischen Ursprungs.
In amtlichen Texten wird daher zwischen der Region Feawen als administrativem Gebiet Feanaros und der Autonomen Region der Feawen als besonderem historischen Siedlungsgebiet unterschieden.
Das Adjektiv feawisch bezeichnet vor allem Volk, Sprache und Kultur.
Der Begriff feawenarisch wird dagegen insbesondere für Institutionen und territoriale Einrichtungen der autonomen Region verwendet.
So wird beispielsweise von feawischer Sprache und feawischer Kultur, aber von der Feawenarischen Autonomiebehörde gesprochen.
Siedlungsgebiet
Das traditionelle Siedlungsgebiet der Feawen umfasst nur einen Teil der Hauptinsel Feawen.
Außerhalb dieses Gebietes befinden sich zahlreiche große Städte, Industriegebiete und dicht besiedelte Regionen, deren Bevölkerung überwiegend nicht der indigenen Volksgruppe angehört.
Auch Drebadi, der Verwaltungssitz der Region Feawen, ist nicht mit der politischen Hauptstadt der autonomen Region gleichzusetzen.
Die Grenzen des traditionellen Siedlungsgebietes entstanden historisch und folgen nicht vollständig den heutigen kommunalen Grenzen.
In Gemeinden innerhalb dieses Gebietes gelten besondere Bestimmungen zum Schutz feawischer Sprache, Kultur und Siedlungsstruktur.
Autonome Region der Feawen
Das historische Siedlungsgebiet besitzt innerhalb Feanaros den Status einer Autonomen Region.
Diese Autonomie begründet keinen eigenen Unionsstaat und keine staatliche Souveränität.
Das Gebiet bleibt Bestandteil der Region Feawen und des Unionsstaates Feanaro.
Die Autonomie umfasst insbesondere:
- Schutz und Förderung der feawischen Sprache,
- zweisprachige Verwaltung,
- besondere Rechte im Bildungswesen,
- Schutz historischer Siedlungsstrukturen,
- Kulturförderung,
- Denkmalschutz,
- Mitwirkungsrechte bei regionalen Planungen.
Zentrale Institutionen sind der Feawenrat und die Feawenarische Autonomiebehörde.
Rudelgemeinschaft
Die traditionelle Sozialordnung der Feawen ist stark durch sogenannte Rudel geprägt.
Dabei handelt es sich nicht zwingend um verwandtschaftliche Gemeinschaften. Rudel können familiäre, soziale oder funktionale Aufgaben übernehmen.
Eine besondere Form ist das Schlafrudel.
Die Angehörigen eines Schlafrudels bleiben traditionell über lange Zeit, häufig lebenslang, miteinander verbunden.
Während die übrigen Mitglieder schlafen, übernimmt ein Angehöriger die Funktion des Wächters.
Der Wächter bleibt wach und soll dafür sorgen, dass die anderen Mitglieder ungestört schlafen können. Die Aufgabe wechselt innerhalb des Rudels.
Schlafrudel besitzen grundsätzlich keine sexuelle Bedeutung.
In der modernen Gesellschaft werden traditionelle Schlafrudel zunehmend durch flexiblere Formen ergänzt. Insbesondere bei räumlich getrennt lebenden Mitgliedern entstanden sogenannte Fernrudel, deren Zusammengehörigkeit teilweise über digitale Kommunikation aufrechterhalten wird.
Wächterpuppe
Im hohen Alter kommt es vor, dass ein Feawe als letztes Mitglied seines Schlafrudels zurückbleibt.
Traditionell kann in diesem Fall eine geschnitzte Wächterpuppe den Platz des verstorbenen Wächters einnehmen.
Die Puppe sitzt während des Schlafes in der Nähe des Bettes.
Sie gilt nicht als religiöses Kultobjekt, sondern als Symbol für die fortbestehende Gemeinschaft des Rudels.
Wächterpuppen werden häufig individuell gefertigt und können Gegenstände oder Ornamente verstorbener Rudelmitglieder enthalten.
Das absichtliche Beschädigen oder Lächerlichmachen einer Wächterpuppe gilt als schwerer kultureller Affront.
Essen und Intimität
Eine der für Außenstehende ungewöhnlichsten feawischen Traditionen betrifft die Nahrungsaufnahme.
Feawen betrachten gemeinsames Essen traditionell als ausgesprochen intime Handlung.
Nahrung im Beisein fremder Personen aufzunehmen, gilt als unangenehm und teilweise als unschicklich.
Traditionelle Gaststätten im Siedlungsgebiet verfügen daher häufig über voneinander abgeschirmte Essbereiche.
Darstellungen ungezügelter öffentlicher Nahrungsaufnahme können im traditionellen kulturellen Verständnis einen ähnlich intimen Charakter besitzen wie in anderen Kulturen sexuelle Darstellungen.
Diese Vorstellungen haben sich in den Städten und bei jüngeren Feawen deutlich abgeschwächt.
Drücksäle
Im auffälligen Gegensatz zur privaten Nahrungsaufnahme steht der traditionelle Umgang mit Ausscheidungsvorgängen.
Diese werden kulturell als weitgehend unpersönliche körperliche Vorgänge betrachtet.
Historische Gemeinschaftstoiletten werden als Drücksäle bezeichnet.
Sie dienten neben ihrem eigentlichen Zweck auch als Orte sozialer Kommunikation.
Bekannt sind insbesondere die traditionellen Spiele Krawall und Nasal, bei denen Geräusche beziehungsweise Gerüche humoristisch bewertet wurden.
In der Gegenwart besitzen diese Bräuche überwiegend folkloristischen Charakter.
Kleidung
Traditionelle feawische Kleidung verwendet häufig dunkelblaue Stoffe mit weißen oder silberfarbenen geometrischen Mustern.
Ein traditionelles männliches Wickeltuch wird als Nawir bezeichnet.
Die gefaltete Kopfbedeckung heißt Tewar.
Bei festlichen oder repräsentativen Anlässen kann eine weiße Feablüte am Tewar getragen werden. Sie gilt traditionell als Zeichen friedlicher Absicht, Gastfreundschaft und gegenseitigen Respekts.
Die Sichtbarkeit des Körpers wird in der traditionellen feawischen Kultur weniger stark mit Intimität verbunden als bestimmte persönliche Handlungen.
Daher können bei festlichen Anlässen auch körperbetonte oder oberkörperfreie traditionelle Kleidungsformen auftreten, ohne dass ihnen eine erotische Bedeutung zugeschrieben wird.
Architektur
Die historische Architektur des Siedlungsgebietes ist durch Naturstein, rötlich gebrannten Ziegel, offene Innenhöfe und reich verzierte Tore geprägt.
Geometrische Muster der Textilkunst finden sich häufig auch in Holzschnitzereien, Mauern und Toranlagen.
Dem Tor kommt eine besondere symbolische Bedeutung zu.
Es markiert den Übergang zwischen öffentlichem Raum und dem geschützten Bereich der Gemeinschaft.
Tod
Den Tod bezeichnen die Feawen traditionell als Endschlaf.
Stirbt ein Angehöriger eines Schlafrudels, bleibt das gesamte Rudel in der ersten Nacht traditionell wach.
Erst in der folgenden Nacht schlafen die Mitglieder wieder gemeinsam, wobei der Platz des Verstorbenen zunächst frei bleibt.
Nach Ablauf eines Jahres kann ein persönlicher Gegenstand des Verstorbenen in eine Wächterpuppe eingearbeitet werden.
Eine traditionelle Beileidsformel lautet:
- „Er wacht im Endschlaf.“
Religion
Die Mehrheit der Feawen gehört heute dem Aporismus an.
Zahlreiche ältere Vorstellungen wurden im Laufe der Geschichte in aporistische Rituale integriert.
Die Grenzen zwischen religiösem Brauch, Familienritual und kultureller Tradition sind dabei häufig fließend.
Sprache
Neben Pharisch wird im traditionellen Siedlungsgebiet Feawisch gesprochen.
Feawisch besitzt dort einen besonderen rechtlichen Schutz.
Bürger können in weiten Teilen der autonomen Region mit Behörden auf Feawisch kommunizieren.
Straßen-, Orts- und Behördenbezeichnungen können zweisprachig geführt werden.
Außerhalb des Siedlungsgebietes ist Pharisch auch unter Feawen die dominierende Alltagssprache.
Gegenwart
Die feawische Kultur erlebte seit dem späten 25. Jahrhundert eine deutliche Renaissance.
Insbesondere traditionelle Textilien, Architektur, Sprache und Rudelbräuche gewannen wieder an gesellschaftlichem Ansehen.
Gleichzeitig versteht sich die große Mehrheit der Feawen als selbstverständlicher Bestandteil Feanaros und der UAF.
Die moderne feawische Identität ist daher meist nicht separatistisch geprägt.
Politische Auseinandersetzungen betreffen vielmehr die Frage, wie weit kulturelle und administrative Selbstverwaltung reichen soll.
Bekannte Feawen
Zu den bekanntesten Angehörigen des Volkes zählen:
- Maniel Nelater, Ancalischer Resident
- Karon Feawar, Jurist und Politiker der CA
Einschätzung
Kulturelle Einordnung
Die feawische Kultur folgt einer für Außenstehende zunächst ungewöhnlichen, intern jedoch bemerkenswert konsequenten Vorstellung von Privatheit.
Schlaf gilt als verletzlicher Zustand und wird gemeinschaftlich geschützt. Essen gilt als persönlich und wird abgeschirmt. Ausscheidung besitzt dagegen kaum intime Bedeutung.
Auch die vergleichsweise geringe kulturelle Scham gegenüber dem sichtbaren Körper folgt diesem Muster: Nicht der Körper selbst ist privat, sondern bestimmte Handlungen und Situationen.
Die Autonomiebewegung der Gegenwart richtet sich überwiegend nicht gegen Feanaro oder die UAF. Sie fordert vielmehr institutionelle Garantien dafür, dass die feawische Kultur in ihrem historischen Siedlungsgebiet nicht allein vom Wohlwollen wechselnder politischer Mehrheiten abhängig ist.