Ismusismus

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Der Ismusismus ist die Staatsideologie der DVD und der IRB. Der Name leitet sich vom urmannischen Wort „Yīšmūzzī“ – Harmonie – ab. Diese Ideologie wurde 2135 von Thmaer Amet entworfen. Der Ismusismus basiert auf folgenden Prinzipien:

  • Toleranz und Vielfalt
  • Wissenschaftliche Leitung durch Hirnkaste
  • Bewahrung der Tradition durch Handkaste
  • Organisation durch die Herzkaste
  • Schutz der Umwelt als Rahmen der Tradition
  • Das Kastenprinzip; aber auch die Möglichkeit, die Kaste frei zu wechseln

Wichtige Neuerungen, die die ganze Welt vom Ismusismus übernehmen sollte, waren zum einen der aktive Schutz von Minderheiten (so galt Toleranz auf ganz Ultos als wichtig, aber Sonderrechte für Minderheiten waren noch nicht bekannt), und ein staatlich vorangetriebener Umweltschutz.

Entstehungsgeschichte

In Davien gibt es sehr viele verschiedene Religionen, Völker und Sprachen, Vermischungen sind zahlreich. Es gab niemals eine zentrale gemeinsame Kultur. Doch ab 2000, besonders nach dem Tag der Tausend Tränen 2028, keimte ein auf ganz Davien bezogenes Nationalbewusstsein auf (Alldavismus). Diesem Bewusstsein schuf Thmaer Amet einen ideologischen Rahmen.

Er stand, durch sein Studium in Qatersoak, unter dem Eindruck des sich seit einem Jahrhundert entwickelnden Torunismus. Insbesondere die Demokratischen Ideen übernahm er von dort. Zudem gesellte sich der Einfluss der karpatischen Philosophen (Vordenker der Demokratie). Daneben beeinflussten ihn die alten Priester und Propheten der lithischen Reiche am stärksten.


"Torun war ein Mann klugen Wortes und noch klügerer Tat. Was er für sein Volk geschaffen hat, wird als Vorbild auf die gesamte Welt leuchten! Es ist mein tiefster Wunsch, dass das Feuer, welches dieser Mann in den Herzen der Neukanabier und Xyllaben entfacht hat, eine gütige Hand einst auch in denen der Daviern entzünden möchte – und die Völker werden ihren Weg aus der Dunkelheit des Hasses und der Abhängigkeit ans Licht des Friedens und der Freiheit finden!"
Thmaer Amet

Konzeption des Ismusismus

Der Ismusismus stützt sich auf ein Kastenprinzip. Die Kaste wird aber nicht durch die Geburt bestimmt, sondern ist an Berufe geknüpft. Nach einer für alle gleiche Grundausbildung soll der Bürger einen Berufsweg und damit eine Kaste wählen.

Name Hand-Kaste Herz-Kaste Hirn-Kaste
Mitglieder „normale Bevölkerung“, alle in Landwirtschaft und Wirtschaft Tätigen Beamte, Militär, Polizei Forscher, Politiker, Philosophen
Rolle, Berufung Basis des Staates Umsetzung der Weisungen der Hirn-Kaste, Vermittlung Lenkung des Staates und moralisches Vorbild
Pflicht Pflegt Traditionen, Glauben, Sitten, Sprachen Verwaltung und Verteidigung Sollen Forschung betreiben, und als fachliche Experten auch den Staat leiten
Patriotismus Sollte sich regional verbunden fühlen, Lokalpatriotismus Sollte sich in erster Linie Davien verbunden fühlen (Patriotismus), aber auch den Herkunftsregionen; ist in Provinzen organisiert Sollte sich nur Davien, nicht den Herkunftsregionen verbunden fühlen (Überregionalität, Patriotismus), außerdem weltoffen, kosmopolitisch sein
Religion Frei Frei; soll im Hintergrund stehen Sollten sich zum Agnostizismus bekennen (Myrttëlla sprach von Eugnostizismus, der Überzeugung, dass jedes spirituelle Gefühl die Wahrheit ist, und jedes spirituelle Gefühl gleichwertig ist; das Göttliche sei jedem Glauben zu erkennen)

Ziel des Ismusismus ist es, dass die Hirnkaste die anderen Kasten soweit bildet, dass alle die gleichen Verantwortungen übernehmen können, und die Kasten aufgehoben werden können.

Umsetzung im Frühen Ismusismus (2315-2402)

Es gab drei wichtige Funktionen im Staat:

  • Staatsältester: Vertreter der Hirnkaste, Staatsoberhaupt
  • Regulator: Vertreter der Herzkaste, Vermittler zwischen den Kasten, Vermittler zwischen Kasten und Bäscher Hof; darüber hinaus ab 2361 oberster Heerführer
  • Operator: Vertreter der Handkaste, Vertreter der Regionen und Religionen

Viele religiöse Führer stellten sich gegen den Ismusismus, da man ihnen lediglich eine untergeordnete, regionale Bedeutung zusprach, und Religion nicht auf nationaler Ebene als Faktor integrieren wollte; außerdem stützten einige von ihnen die Kolonialmächte (während andere schon seit Jahrzehnten mit ihnen in offenem Konflikt standen). Die Kooperation zwischen dem sich neu bildenden Staat und der klerikalen Eliten war also von Region zu Region sehr unterschiedlich, besserte sich jedoch mit der Zeit.

Eine der größten Schwächen des Ismusistischen Systems war, dass sich die Kasten zusehends voneinander entfremdeten, und dass die Hirnkaste in Macht und Einfluss die anderen beiden Kasten weit überwog. Dies wurde in mehreren Verfassungsänderungen etwas abgemildert, es blieb jedoch bei der ungleichen Machtverteilung.

„Gesunder Ismusismus“ und die Ära Goll (2402 bis heute)

Durch eine Wirtschaftskrise und Korruptionsskandale wurde das Vertrauen der Bevölkerung in den Staat nachhaltig erschüttert. Die verbitterte Stimmung nutzte Sëth Ueldra, und putschte am 2.XI.2402, mit dem Vorwand, die Hirnkaste hätte Davien verraten (insbesondere wurde ihr „Kosmopolitismus“ vorgeworfen).

Ueldra errichtete ein System namens „Gesunder Ismusismus“, das nichts mehr mit der ursprünglichen Idee des Ismusismus zu tun hatte. Demnach war nun der Regulator unumschränkter Herrscher des Staates. Er berief die Akademie und die Regierung, konnte den Bäscher Hof nach Belieben auflösen und setzte Statthalter in den Provinzen ein, die dort ebenfalls eine autoritäre Macht gewannen. Wer vor 2402 zur Hirnkaste gehört hatte, wurde mit Repressionen belegt und stigmatisiert. 2409 wurden die Kasten umbenannt: „Arbeitskaste, Schutzkaste, Grübelkaste“. Der Status der Kaste wurde erblich gemacht.

Hatte Ueldra anfangs noch erklärt, die Religion sei Privatsache und gehöre nicht in den öffentlichen Raum, und daran einige religionsfeindliche Kampagnen angeschlossen, beugte er sich dem tiefen Widerstand in der Bevölkerung und kooperierte mit religiösen Würdenträgern.

Sǔfirǔsh Goll übernahm das System 2424 exakt, hob aber bald die Repressionen gegen die Forschung und gegen die Hirnkaste auf. Grimmhardt Goll (Amtsantritt 2434) lockerte zunächst viele Repressionen gegen die Bevölkerung auf – insbesondere die Erblichkeit der Kasten, und erklärte die Gefahr einer „Eiszeit“ für überwunden. Er versuchte, die Religionen für sich einzuspannen, doch 2456 beschloss eine Gruppe religiöser Führer im „Edikt von Warcollm“, sich als Parallele Macht zum Staat zu etablieren. Von da an bildete die Religion eine Herberge für Systemgegner.

Goll prägte den Satz „Die DVD muss weltwärts blicken“, und meinte damit, der Ismusismus müsse auch in anderen Ländern eingeführt werden. In der Tat erfreute sich der Ismusismus in den Anfangsjahren Grimmhardt Golls großer Beliebtheit. Die Ismusistische Republik Bangabandhu sollte unter Boronius Babbot genau das von Goll konzipierte System übernehmen. Seit 2480 wurde keine Todesstrafe mehr vollzogen, da selbst schärfste Regimekritiker schlimmstenfalls in der aumondischen Wildnis ausgesetzt wurden.

2490 trat Herrmann von Lauenstein das Amt als Regulator an – er versprach weitgreifende Änderungen, die jedoch ausblieben. Bis zu seinem Rücktritt 2516 blieb der „Gesunde Ismusismus“ genau das, was er unter Goll gewesen war.