Jennitische Sprachen

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Die Jennitischen Sprachen werden im Westen der Karpaten gesprochen, insbesondere auf der Insel Jennig. Sie gehören zu den Westkarpatischen Sprachen.

Im Folgenden wird die Jennitische Protosprache und die Entwicklung der wichtigsten Einzelsprachen dargestellt.

Charakteristika

Die jennitischen Sprachen weisen zahlreiche Gemeinsamkeiten auf.

Zum ersten ist da die lautliche Struktur zu erwähnen: Es gibt keine stimmhaften Plosive. In der Regel sind nur Nasale und Liquidae stimmhaft, wobei die Inseljennitischen Sprachen als Ausnahme stimmhafte Frikative aufweisen. Hinzu kommt die Distinktion palatal - nicht-palatal, die in den verschiedenen Sprachzweigen unterschiedlich bewahrt wurde. Wirklich erhalten geblieben ist die Distinktion nur in den Nordjennitischen Sprachen, die inseljennitischen haben sie ganz aufgegeben. In der Regel ist die Silbenstruktur einfach und lässt nur CV(C)-Silben zu, gelegentlich auch V(C)-Silben. Nur das Skallische hat relativ komplizierte Satzbaumuster. Die Anzahl der Vokalqualitäten kann stark variieren, in der Regel ca. 7 (wie Ategeir). Yenitt liegt an einem Ende des Spektrums (8 verschiedene Vokalqualitäten plus Unterschiede in der Quantität) und Mehj am anderen (3 Vokalqualitäten plus phonetische Distinktion der Vokallänge).

Die Grammatik weißt ebenfalls starke Parallelen auf, wobei hier die inseljennitischen Sprachen, die relativ früh divergierten, ausgeklammert werden müssen. Augenfällig ist die völlige Abwesenheit von infiniten Verbformen. Dafür gibt es eine sog. modale Konjugation, in welcher Modalitäten über Präfixe ausgedrückt werden. Das Verbalsystem ist extrem einfach, generell wird nur zwischen zwei bis drei Tempora unterschieden. Im Satzbau gibt es auch Besonderheiten, die aber nicht nur in den jennitischen Sprachen sondern auch im Paramurischen sowie einigen der westlichsten Ostjennitischen Sprachen vertreten sind: Der Absolutive Typus, wobei die grundlegende Kasusrelation Ergativ-Absolutiv nicht über Suffixe, sondern über die Satzstellung (Ergativ vor, Absolutiv hinter dem konjugierten Verb) ausgedrückt wird. Alle jennitischen Sprachen weisen eine Neigung zur Komposition, die nicht nur die Substantive, sondern auch die Verben betrifft, auf.

Gliederung der Jennitischen Sprachen

Die Jennitische Protosprache

Phonologie

Vokale

Art Schwa Kurz Lang
e-Laut ə e é
i-Laut - i í
a-Laut ɐ​ a á
u-Laut - u ú

Konsonanten

Art Bilabial Alveolar Palatal Velar Laryngal
Plosiv p, pʲ t, tʲ - k, kʲ -
Frikativ - s, sʲ - x(=h) h
Nasal m, mʲ n ​ɲ(=nʲ) ​- -
Approximant w - y - -
Lateral - l - -
Trill - r - - -

Phonotaktik

Es existieren nur Silben vom Typus CV(w/j/h/N), wobei N einen beliebigen Nasal repräsentiert. Es gibt einige wenige Silben des Typs V(w/j/h/N), nämlich dort, wo ein altes h im Anlaut geschwunden ist.

Morphologie

Substantive

Der Numerus wurde durch die Längung des letzten Vokals des Substantives ausgedrückt. ə wurde zu e und ɐ zu a gelängt.

Es gab fünf Fälle:

  • Nominativ endungslos
  • Negativer Nominativ: Endung -llə (Stammauslaut ə nach h, j, w und Nasal entfällt)
  • Akkusativ: Endung -h mit Umfärbung des Stammauslauts (i-Laute zu e-Lauten, a-Laute zu u-Lauten)
  • Negativer Akkusativ: Endung -tʲɐ
  • Genitiv: Durch Umfärbung wie im Akkusativ und Dehnung wie im Plural; eventuell schon mit der verstärkenden Präposition -kɐ

Adjektive

Keine Kongruenz mit dem Nomen. Steigerung durch zusätzliche Partikeln:

  • Komparativ: tʲá
  • Superlativ: kʲuw
  • Elativ: néh

Pronomen

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Verben

Verbale Kategorien: Primäres Tempus (Präsens und Präteritum), Sekundäres Tempus (Vor- und Nachzeitigkeit, implizit auch Gleichzeitigkeit), Modi (Indikativ und Subjunktiv), Modale Konjugation. Kaum nichtfinite Formen (Kurzform bei Hilfsverben, Verbalnomina, die allerdings eher derivativen Charakter besitzen).

Primäre Tempora: Durch unterschiedliche Personalendungen ausgedrückt.

Person Präsens Präteritum
1 -lɐ -sʲə
2 -tɐ -wə
3 -j(1) -jə
4 -pɐ -sə

(1) später -nɐ.

Selten Stammveränderungen: Verdunkelung des ersten Vokals des Verbes und Wandel des folgenden Konsonanten (Entpalatalisierung, m zu p und l,lʲ zu r: tʲamalɐ "ich esse" - tʲupasʲə "ich aß".

Sekundäre Tempora: Vorzeitigkeit durch Infix von -kʲV nach dem Stamm, vor der Personalendung. Nach Nasal, w, j, h erfolgt das Infix direkt nach dem zweiten Stammkonsonanten, ansonsten wird der vorangehende Vokal in ein Schwa umgewandelt: tʲamkʲalɐ "ich habe gegessen"; tulɐkʲulɐ "ich habe errichtet".

Subjunktiv: Durch infigiertes -j- im ersten Stammvokal: tʲajamalɐ "ich äße" - tʲujupasʲə "ich hätte gegessen".

Modale Konjugation: Präfigierung mit Entpalatalisierung des ersten Stammauslautes. Unterscheidung in offene Modalität (beschreibt nur den Umstand der Handlung) und durchgeführte Modalität (beschreibt den Umstand, der zur Handlung geführt hat):

  • je- (tʲi-) für Notwendigkeit, äußeren Zwang: jatamalɐ "Ich muss essen".
  • Moralische Pflicht
  • tʲa- (ra-) für Vorhaben: tʲatamalɐ "Ich werde nun essen", "ich habe vor zu essen"
  • Wunsch (des Subjekts)
  • Eigenschaft (generelle Charakteristik)
  • Vermögen (Fähigkeit)
  • kʲu- (X) für Möglichkeit (Umstände erlauben es)
  • Recht(das Subjekt hat die Erlaubnis von einer nicht genannten Partei, zu handeln)

Verbalnomina

  • Verbalnomen des Objekts: Bezeichnet Produkt oder Material einer Handlung. Endungsloser Stamm: tʲama "das Essen"
  • Verbalnomen der Tätigkeit: Bezeichnet jemanden, der eine Tätigkeit gewohnheits- oder Berufsmäßig ausführt; durch -r: ttamar "der regelmäßige Esser"
  • Verbalnomen des Mittels; durch voranstellung von hV, letzter Stammvokal zu Schwa: hatʲamɐ "Geschirr"

Unregelmäßige Verben: Die Verben des Seins

Tempus, Person Identität (Kopula) Ort
Präs 1Sg/Pl sʲilʲə, sʲílʲə sʲánɐ
Präs 2Sg/Pl wilʲə, wílʲə wánɐ
Präs 3Sg/Pl jilʲə, jílʲə jánɐ
Präs 4Sg/Pl pilʲə, pílʲə pánɐ
Prät 1Sg/Pl sʲer(ə), sʲér(ə) sʲúsɐnɐ
Prät 2Sg/Pl wer(ə), wér(ə) wúsɐnɐ
Prät 3Sg/Pl jer(ə), jér(ə) júsɐnɐ
Prät 4Sg/Pl per(ə), pér(ə) púsɐnɐ

Syntax

Wortstellung vermutlich V-S-O. Nominalphrase: Relativsatz-Genitivattribut-Demonstrativpronomina-Numerale-sonstige Adjektive-KOPF-Postposition

Relativsätze vermutlich durch den nicht deklinierten Relativmarker als Einleitung. Objekt- und Subjektsätze ohne Einleitung, mit den Pronomen ji und , die das Subjekt resp. Objekt des vorangegangenen Hauptsatzes repräsentieren.

Phonologische Entwicklung der Einzelnen Sprachzweige und Sprachen

Inseljennitisch

Entwicklung des Gemeininseljennitischen

  • Auflösung der palatalen Phoneme, dafür Umlaut beim Nachfolgenden Vokal: CʲV>CV̈
  • Vorderverschiebung: p>ʔ; w>ʔ; t>p; s>f; h>s; j>w; nicht betroffen sind r, l, m, n sowie Kombination von h oder Nasal mit einem anderen Laut
  • Die Kombination ms und ns werden zum Affrikat c [ts]
  • Schwa wird zu vollem Vokal

Das Vokalsystem sieht dann wiefolgt aus:

Protojennitischer Vokal Fortsetzung/Umlautung Verschiebung von Schwa
a a/ä -
á aa/ää -
e e/i -
é ee/ii -
i i -
í ii -
u u/ü -
ú uu/üü -
ə ə/ɪ ö/i
ɐ ɐ/ə o/ö

Danach folgt der Ausfall der Kurzvokale nach Nasal, l, r, ʔ und Frikativ.

Die Betonung wurde auf die letzte Silbe verschoben.

Weitere Entwicklung

Die Weitere Entwicklung war sehr kompliziert.

  • Im Kukusischen (Inseln der Neuen Unschuld) erfolgte die Auflösung der Langenvokale zu steigenden Diphthongen, die Auflösung der Umlaute und die Entstehung neuer Konsonanten aus Konsonantenklustern
  • Das Pyarr (Ladislavien) kürzte noch mehr Vokale; Langvokale wurden durch Quantitätsmetathese aufgelöst, indem der nachfolgende Konsonant geminiert wurde; dazu kam es zur Anhäufung von Konsonantenklustern, die wiederum vereinfacht wurden.
  • Im Yantanischen wurde das Vokalsystem radikal vereinfacht, außerdem trat eine Vokalharmonie in Erscheinung. Konsonantenkluster wurden vereinfacht.

In der Phonologie, besonders aber in der Grammatik und Lexik standen die Inseljennitischen Sprachen unter dem starken Einfluss benachbarter und dominierender Sprachen. Die Syntax des Kukusischen gleicht der des Ategeir, die Syntax des Pyarr der des Jennitischen. In allen drei Sprachen finden sich extrem viele Lehnwörter, aber kaum noch Erbwörter (so gut wie gar keine im Kukusischen, am meisten noch im Yantanischen.

Südjennitisch

Entwicklung des Gemeinsüdjennitischen

Das Yanúm ist extrem konservativ und bewahrt daher zahlreiche Gemeinjennitische Aspekte. Allerdings lassen sich bereits erste typisch Südjennitische Kennzeichen ausmachen:

  • Merger der beiden Schwa-Laute
  • w im Silbenanlaut zu m

Das Gemeinsüdjennitische ist eine nicht belegte Nachfolgersprache des Yanúm, aus welcher sich die Südjennitischen Sprachen entwickelten. Sie kann aus Rechtschreibfehlern in Yanúm-Texten sowie aus dem Vergleich der Nachfolgersprachen rekonstruiert werden:

Drei-Silben-Gesetz: Wörter dürfen nur aus höchstens drei Silben bestehen, zahlreiche (willkürliche) Kürzungen.

Konsonanten

  • Schwund von h im Auslaut
  • Merger von h im Anlaut zu (<hj> geschrieben und vermutlich [​ç] gesprochen)
  • >
  • >​[tɕ]
  • >​[pɕ]
  • >[kç]
  • m>/_i,í, gelegentlich auch n>/_i,í nimmt eine besondere Stellung ein: Dieser Prozess muss vor der Palataldissimilation eingesetzt haben, erfasste aber wohl nur den westlichen Bereich des Sprachgebietes. Im Mehj und im Yanúm ist dieser Prozess nicht zu beobachten, aber im modernen Yenitt, wohin er wahrscheinlich aus den westlichen Dialekten eindrang. Dies erklärt den Unterschied im Wort für "Sprache": Mjuhj auf Yenitt, Mihj auf Mehj. Die Eigenbezeichnung des Yenitt müsste regelhaft Yennitt mit palatalem n lauten (in der Umgangssprache tatsächlich der Fall), vermutlich entstammt die Bezeichnung also den östlichen Dialekten.

Vokale

  • Palataldissimilation:
    • e,é>a,á/Cʲ_
    • i,í>u,ú/Cʲ_
  • Keine Palataldissimilation vor _Cʲ, d.h. e,é,i,í bleiben in Konstruktionen vom Typus CʲVCʲV erhalten

Am Schluss: Schwund von Schwa.

Eigenständige Entwicklung des Jennitischen

Erste Phase

  • Eigenständige Entwicklung des Schwa:
    • Schwund überall dort, wo ein Silbentypus CV(C) entstehen kann, sonst:
    • Schwa>i/_Cʲ
    • Schwa>i/Cʲ_C
    • Schwa>u/C_C
  • Vokale haben geschlossene Allophone in der Umgebung von palatalen und palatalisierten Konsonanten, offene sonst
  • [tɕ](<)>[ɕ]>​[ʃ]; außer vor y, dort Rückentwicklung zu [t] (dies aber nicht graphisch)
  • [pɕ](<)>[tɕ]>[ts]; außer vor y, dort Rückentwicklung zu [p] (dies aber nicht graphisch)


Zweite Phase

  • s+j>[ɕ]>​[ʃ]
  • j in allen Positionen stumm; hj im Silbenauslaut stumm
  • [kç]>[ç​], also Merger mit hj im Anlaut; außer vor y, dort Rückentwicklung zu [k] (dies aber nicht graphisch)
  • >[j]

Eigenständige Entwicklung des Mehj

Vokale

  • Eigenständige Entwicklung des Schwa:
    • Schwund überall dort, wo ein Silbentypus CV(C) entstehen kann, wobei C auch eine Kombination von s und Plosiv darstellen kann, sonst
    • Schwa>i/_Cʲ
    • Schwa>u/Cʲ_C
    • Schwa>i/C_C
  • Rotation der Langvokale:
    • á>ó>ú
    • í>ei>ai>á
    • ú>í
    • é>í
  • Rotation der Kurzvokale
    • Vor m, mʲ, n, nʲ, l, r:
      • e>a
      • a>u
      • u>i
    • Sonst: e>u

Konsonanten

  • hj>[x]
  • [tɕ](<)>[ɕ]
  • [pɕ](<)>[tɕ]
  • s>r/V_V
  • Entstehung langer Nasale: Alle Konsonanten außer s werden vollständig an einen vorangehenden Nasal assimiliert
  • [kç](<)>[ç​]>s
  • l>r
  • p>f
  • Konsonantenkombinationen:
    • hj+j>xj>kj
    • j+j>nnj

Entwicklung des Nordjennitischen Zweigs

Entwicklung des Gemeinnordjennitischen

Erste Phase

Konsonanten:

  • sʲ>s/_i/e-Vokal
  • sʲ>š/_a/u-Vokal
  • Nasaldissimilation:
    • Unverändert vor Vokal und Dauerlaut
    • m>p, n>t, mʲ>pʲ, nʲ>tʲ/_l,lʲ,r,w,y,m,n
    • Vor Spiranten (s, š und h) entstehen neue Affrikate: m>ps, n>c (ts), mʲ>psʲ, nʲ>cʲ (tsʲ)
  • Abbau von : mʲ>pʲ

Vokale

  • Entstehung der u-o-Distinktion: u wird in geschlossenen Silben o gesprochen (zunächst noch Allophonisch)
  • Entstehung der i-y-Distinktion: i wird in geschlossenen Silben ​ɨ​ gesprochen (zunächst noch Allophonisch)
  • e-Dissimilation: e>a,é>á/_j

Zweite Phase

  • Eingeleitet durch das Entfallen von h.
  • Anschließend Schwund von Schwa
    • Überall, wo die Silbenstruktur CVC entstehen kann entschwinden die Schwa-Laute
    • Ansonsten ​​​​ə>e und ​ɐ>a
  • Quantität zu Qualität:
Alt Neu Schreibung in diesem Artikel
e [​ɛ] e
é [e] ê
a [a] a
á [​ɑ] â
i [​ɪ] und [​ɨ​] i, y
í [i] und [y] î, ý
u [​ʊ] und [ɔ] u, o
ú [u] und [o] û, ô

Darauf folgt:

  • Metathese der Plosiv-Frikativ-Gruppen: Konsonantenkluster des Typs C1C2 mit C1 als Plosiv und C2 als m,n,nʲ,l,lʲ,s,š erfahren Metathese zu C2C1
  • Neue Phoneme aus Cy-Verbindungen:
    • rj>rʲ
    • pj, pʲj>psʲ
    • tj, tʲj>cʲ
    • kj, kʲj>ksʲ
  • š und j' fallen anschließend in x [x] zusammen
  • Veränderungen im Affrikatensystem
    • ps>pf
    • psʲ>pfʲ
    • ksʲ>kx
  • Gesetz der ausgewogenen Silben: Onset dissimiliert, wenn der Offset am gleichen Artikulationsort gebildet wird (Ausnahme: Dental)
Konsonant dissimiliert zu
p, k t
pʲ, kʲ
ps, kx c
psʲ
m n
w, x s

Am Ende steht folgendes Konsonantensystem:

Art Bilabial Alveolar Palatal Velar
Plosiv p, pʲ t, tʲ - k, kʲ
Affrikat pf, pfʲ c, cʲ - kx
Frikativ - s - x
Nasal m n ​nʲ ​-
Approximant w - - -
Lateral - l -
Trill - r, rʲ - -

Entwicklung des Ategeir und des Betum

Gemeinsame Entwicklung zum Alttegrischen

Veränderungen im Konsonantensystem:

  • Abbau der Affrikate:
    • pf>p, pfʲ>, kx>q​χ
    • c und zu s wenn in der jeweiligen Silbe bereits ein Affrikat oder Plosiv vorhanden ist; zu t resp. sonst
  • >
  • x>​χ

Veränderungen im Vokalsystem:

  • Unbetontes o,u,ô,û wird zu a, danach Verschiebung der Betonung auf die letzte Silbe
  • y>ə>a
  • û,ô>u [u]
  • u,o>o
  • y>a
  • ý(>î)>ei
  • â>[​ʌ]

Grammatik


Eigenständige Entwicklung des Ategeir

  • Palatalisationsdissimilation: Sind zwei Konsonanten in einer Silbe palatal, so wird der hintere entpalatalisiert (diese Regel ist jedoch durch zahlreiche Lehnwörter aus anderen jennitischen Sprachen und aus dem Alttegrischen nicht in allen Wörtern gültig)
  • [u]>[o]
  • i>[ə]>[​ɐ]
  • ei>[i]
  • ê>ei>[i]
  • >
  • q​χ, ​χ>​χ <x>
  • Schwund von Silbenschließendem w: aw, âw>â; uw, ow>u; iw,ew,eiw>ei

Eigenständige Entwicklung des Betum

  • Besonderheit gegenüber dem Alttegrischen: Unbetontes â und ô>o
  • ei > [a͡ɪ]
  • ê, i> i ([i])
  • >
  • a>[​ɐ], in unbetonter Position [ə]
  • â>[a]
  • q​χ>q
  • ​χ>[h]

Entwicklung der Skallischen Sprache(n)

Da die Herausbildung der verschiedenen skallischen Gegenwartsdialekte zu komplex ist, wird hier nur die Entwicklung des Protoskallischen dargestellt.

Phonologie

  • Abbau der Affrikate
    • pf>f
    • pf​ʲ>
    • >
    • kx>x
  • ý,y>y [y]
  • Palatalisierung von Konsonanten vor i,î,y (und je nach Dialekt auch vor e und ê)
  • y>u
  • Abbau unbetonter offener Vokale: i, e, u, a, o entfallen wenn unbetont; w wird dabei Silbisch und zu u umgewandelt, in manchen Dialekten i
  • Verschiebung der Betonung auf die letzte Silbe

Entwicklungen in Morphologie und Syntax

Südjennitisch

Die Grammatik des Yanúm ist extrem konservativ.

  • Morphophonologie: Schwa wird regelmäßig zu ú gedehnt
  • Deklination: Entstehung des Prädikativs aus der Kopula ján+Substantiv
  • Konjugation: Ansätze einer Adjektivkonjugation (Ersatz der Kopula) - dies könnte aber auch ein Protojennitisches Phänomen wiederspiegeln; Umbau der Kopula
  • Syntax: Prädikativsätze ohne Kopula

In der Entwicklung zum Gemeinsüdjennitischen hin fand hingegen eine Menge von Innovationen statt.

  • Entstehung der Kasuskongruenz der Adjektive
  • Synthetisierung von Steigerungspartikel und Adjektiv
  • Entstehung des Futurs aus Modaler Konjugation des Vorhabens (ja-) und der Höflichkeit aus der Modalen Konjugation der Möglichkeit (kʲu-)
  • Verbendung 3. Person Sg. Präs. -j wird durch -n ersetzt.
  • Reflexivität durch Ergänzung des Subjektpronomens (ju):
- Präsens Präteritum
1 -nju -hjju
2 -tju -mʲu
3 -nju -ju
4 -pju -sju
  • In der Syntax gibt es Gemeinsamkeiten mit anderen Jennitischen Sprachen
    • Satzbau nicht mehr VSO sondern SVO/VS, orientiert sich an Transitivität
    • Numerale und Adjektive hinter der Postposition; zusätzliche Klasse von Postpositionen entsteht
  • Genuin Südjennitisch: Deklinierbares Relativpronomen aus dem Demonstrativpronomen

Im Jennitischen lassen sich folgene Neuerungen gegenüber dem Gemeinsüdjennitischen feststellen:

  • Kürzung des Prädikativpräfixes
  • Verschleifung der Reflexivendungen
  • Reflexivität wird auch zum Ausdruck der Intransitivität genutzt, dadurch entfällt der Satztyp VS
  • Futur (in Präsens und Präteritum) verdrängt das Sekundäre Tempus der Nachzeitigkeit vollständig
  • Aufgabe der Adjektivkonjugation
  • Änderung in der Modalkonjugation aufgrund des Drei-Silben-Gesetzes
  • Änderung bei den Verba movendi, die nun auch transitiv verwendet werden können, wobei das direkte Objekt das Ziel der Bewegung darstellt.

Das Mehj weißt einen starken Einfluss des Paramurischen und des Ategeir auf.

  • Durch undurchsichtige Ablautungen (durch Vokalverschiebung entstanden) wird der Plural der Nomina nun synthetisch mit dem Personalpronomen 3. Sg. gebildet. (bei den Verben hingegen generalisiert)
  • Bildung eines Komitativs aus der Konjugation nach dem Vorbild des Ategeir
  • Höflichkeitspräfix su- wird als Kongruenzmorphem aufgefasst und auch auf Nomina übertragen, dadurch Entstehung des "Höflichen Vokativs"

Nordjennitisch

Das Gemeinnordjennitische zeigt Tendenzen zum analytischen Sprachbau:

  • Analytische Bildung des Präteritum, Verlust der alten Formen des Präteritum.
  • Tendenz zu analytischem Plural bei Substantiven.

Darüber hinaus wird die 4. Person in eine Interrogativform umgedeutet.

Im Alttegrischen wird das grammatische System weiter vereinfacht: Ausbau der modalen Konjugation - dadurch zwei verschiedene morphologische Bildungsweisen (ältere Präfixe mit Depalatalisierung, neuere ohne). Im modernen Ategeir wurde der analytische Plural schließlich generalisiert, es gibt keine unregelmäßigen Formen mehr. In der Umgangssprache schwanden zudem die Unregelmäßigkeiten in der modalen Konjugation, hier gibt es keine morphonologischen Veränderungen mehr. Das Betum zeichnet sich im Gegensatz dazu durch eine ausgesprochen konservative Morphologie aus. Diese gleicht weitestgehend noch der Alttegrischen Morphologie; Ausnahme ist der Plural, der analog zu Ategeir mit wa gebildet wird. Eine Neuerung stellt auch der Umstand dar, dass die Genitivendung -ka im Betum, im Gegensatz zum Ategeir, betont ist.

Die gemeinsamen Neuerungen im grammatischen System, durch die sich die Skallischen Sprachen auszeichnen, sind die folgenden:

  • Entwicklung eines Artikelsystems: Das Personalpronomen 3. Plural vor Nomen wird als bestimmter Artikel Plural interpretiert, das Personalpronomen der 4. Person wird als unbestimmter Artikel genutzt (Singular und Plural), es entwickelt sich ein bestimmter Artikel im Singular.
  • Resynthese des analytischen Präteritums zu einer synthetischen Form.
  • Möglichkeit, mehrere Modalpräfixe vor ein Wort zu stellen.
  • Unregelmäßige Formen durch Vokalschwund.