Mashtismus-Hanstadismus

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Der Mashtismus-Hanstadismus wurde Mitte des 22. Jahrhunderts vom Staatstheoretiker Feskos Mashta und dem Gesellschaftstheoretiker Malte Hanstad entwickelt, die dazu ihre eigenen Thesen und Theorien kombinierten. Die Ideologie wurde dabei stark vom gerade entstandenen Torunismus beeinflusst.

Theorie

Demokratie

Zitat Mashtas als provokantes Graffiti in Paramur-Stadt: "Der Adel ist einveraltetes Konstrukt... Man muss ihn abschaffen!"

Wie aus Mashtas Schriften hervorgeht, wurde seine Ansicht über Demokratie stark von den Erlebnissen während seiner Studienzeit in Sebeck geprägt, so formulierte er in seiner 2012 erschienenen Schrift Über den Adel:

Aus den Handschriften Mashtas zum Entwurf von "Über den Adel"


"U hacl nam esxur, natx hin ei; sxil me wan mhus el ha roq u low; lowl txim hras ha - lo he tis ah - sxu he tis ah - qirm he tis ah - na we. Le sxeim u hacl ha-hrasc-ah ta, ein le wein tis. We sxil me ta ein marl qsxis-ei he cas, eistc ei; ha cew le cmawn ein, ha mris le tqerm ah we. We nam qtxulm he ein mas, ha lo nkawr ah ei. We uwm a, tum chat wem nkat we, we me a ein lo qter werc ra ei-wasxm-roq ta.

Der Adel ist ein veraltetes Konstrukt, Menschen werden unbegründet über andere gestellt, das Blut des Menschen entscheidet, nicht seine Fähigkeiten, nicht sein Wissen, nicht seine Ideale. Der Adel entspringt der Ungerechtigkeit und erhält die selbige und stellt somit ein Relikt vergangener Zeiten dar, dessen Abschaffung nötig und unausweichlich ist. Dies ist ein unveränderlicher Teil seines Wesens, den keine Reform verkennen kann. Sobald ein Volk dies erkennt, so ist es fähig sich endgültig von seinen Unterdrückern zu befreien."
Feskos Mashta

Mashta betonte zudem, dass auch andere autoritäre Herrschaftsformen auf Unrecht und Unterdrückung basieren und somit abzulehnen seien.

Wirtschaftstheorie

Ein wichtiges Merkmal von Hanstads Theorien ist die Akzeptanz der Existenz des Kapitalismus, den er als unbezwingbar ansieht und weshalb er für seine Beschränkung und nicht für seine Aufhebung plädiert. Das ist ein wesentlicher Unterschied zum Torunismus. Eine soziale Marktwirtschaft sieht er als wesentlichen Bestandteil einer funktionierenden Gesellschaft an. Seine Theorien zur Wirtschaft fasste er in seinen 2014 erschienenen Werk Der Markt und das Volk zusammen:


"Der Kapitalismus behauptet von sich selbst, er sei alternativlos und er hat damit recht! Seit der Existenz des Geldes knechtet der Kapitalismus die Bevölkerung, auf seine Existenz ist mehr Verlass als auf alles andere, als auf unsere Führer, unseren Staat, ja selbst auf unser Klima! Mit sicherer Regelmäßigkeit zwingt er tagtäglich den Arbeit, den Bauern in Armut. Es muss daher das Ziel sein, dem Kapitalismus soweit seine Zähne zu ziehen, bis er für den Arbeiter und unsere Umwelt erträglich ist. Es muss ein soziales Sicherungssystem geschaffen werden, dass nicht nur das Überleben sondern auch das Leben ermöglicht. Das kann nicht die Aufgabe der Religionsverbände oder der Wohltätigen sein, dass muss der Staat bewerkstelligen, ansonsten hat er sein Existenzrecht und seinen Existenzzweck verwirkt."
Malte Hanstad

Säkularismus

Ein weiteres Merkmal des Mashtismus-Hanstadismus ist ein strenger Säkularismus, also die Trennung zwischen dem Staat und Religionsverbänden. Mashta begründete dies in seiner Schrift Religion und Staat folgendermaßen:


"Sobald Politik und Religion vermengt werden, sind die Einführung von unbegründeten Sittenregeln oder sogar die Ermordung Andersgläubiger die Folge, aus diesem Grunde ist das Verbinden von Staat und Religion immer ein Fehler, dessen Resultat das Volk tragen muss. Auch umgekehrt kann es zustande kommen, dass der Staat die Religion kontrollieren will oder die Religion seiner Bürger bestimmen will. Die Zuständigkeiten beider Seiten sollten daher stets getrennt werden, es ist für beide Seiten besser."
Feskos Mashta

Einheit in Unabhängigkeit

Geschichte

Wurzeln

Der Mashtismus-Hanstadismus hat zwei wesentliche Quellen: Zum einen die Schriften und die praktische Umsetzung des Torunismus, zum anderen die Ideologien, die gegen Ende des 20. Jahrhunderts auf den Karpatischen Inseln populär waren.

Die Karpatischen Ideologien gliederten sich in zwei große Zweige: Die (prä-)demokratischen und die monarchistischen. Die (prä-)demokratischen Strömungen entwickelten sich vorrangig aus dem Galismus, dem die Grundidee, Herrschaft nicht auf religiöse oder traditionelle Legitimation, sondern auf Kompetenz aufzubauen, entspringt. Der strenge Laizismus des Mashtismus-Hanstadismus sieht hier seine Wurzeln und einen großen Unterschied zum Torunismus.

Später entstand aus dem Galismus der Raganismus, eine pseudowissenschaftliche Ideologie, auf die sich viele Diktaturen am Ende des 19. Jahrhunderts gründeten. Die Exzesse des Raganismus führten zum einen zu einer gründlicheren Untersuchung demokratischer Prinzipien (wodurch unter anderem die Idee der Gewaltenteilung aufkam). Zum anderen erstarkten reaktionäre, monarchistische Denkweisen, die Tradition und Adel als einzigen Garant für Sicherheit hervorhoben. Man fasst diese Strömungen als Qratismus zusammen. Am Ende des 20. Jahrhunderts war die qratistische Denkweise auf den Karpaten allgegenwärtig. Mashtas Abneigung gegen den Adel und die radikalen Demokratischen können also als Antwort auf den Qratismus gelesen werden.

Die Antwort auf die Frage, woher die unterschiedlichen Ansätze zur Wirtschaft des Mashtismus-Hanstadismus und des Torunismus rühren, ist in der unterschiedlichen Ausgangslagen in Balmanien und im Karpatenraum zu suchen: Ersteres stellt einen massiven Kontinent, der von großen Königreichen mit Zentralgewalt verwaltet wurde, dar, weshalb eine weit greifende Koordination möglich war. Letzerer hingegen war und ist durch Inseln und politische Zergliederung geprägt. Durch den Seehandel als vorrangige Wirtschaftsform entwickelten sich Stände selbstständiges Unternehmertum hier früher und hielten sich weitaus stabiler.

Nachwirkung

Die wirtschaftlichen Aspekte des Mashtismus-Hanstadismus fanden sofort großen Nachhall und wurden z.T. selbst von karpatischen Monarchen praktisch umgesetzt.

Bis die politischen Ideen zum Tragen kamen dauerte es jedoch noch ein Jahrhundert. Dann setzte eine allgemeine Karpatische Demokratiebewegung ein. Zahlreiche demokratisch orientierte Städtebünde entstanden; der Aufstieg der Karpatischen Union geht auf jene Zeit zurück. In der Hauptstadt Urania wurden die Ideen Mashtas und Hanstads mit großer Aufmerksamkeit rezipiert und verwirklicht. Auch Monarchien wie das Erzherzogtum Paramur und das Kaiserreich Groß Jennitia führten unter dem Druck jener Bewegungen liberale Reformen im Sinne des Mashtismus-Hanstadismus durch.

Das politische Konzept des BFS geht ebenfalls auf diese Ideologie zurück.